Lange ist es her, dass Andreas Dreitz einen Triathlon über die Halbdistanz gewonnen hat. Im September 2016 siegte er auf Rügen. Im vergangenen Jahr gab es auf seiner Paradestrecke keinen Triumph. Zum Abschluss 2017 feierte er den Sieg bei seiner Langdistanzpremiere beim Ironman Emilia-Romagna.
Am Samstag durfte der 29-jährige Michelauer (Lkr. Lichtenfels) wieder einmal als Erster die Arme hochreißen und das Zielbanner in die Luft strecken. Bei der Challenge in Herning (Dänemark) lief der Profi des Teams Erdinger-alkoholfrei mit großem Vorsprung ins Ziel.


Balsam für die Seele

In der beschaulichen Stadt im Jütland waren zwar keine Athleten der Weltspitze am Start, doch der Sieg war sicher Balsam für Dreitz' Seele. Das Rennen hatte der Oberfranke kurzfristig in sein Programm aufgenommen, nachdem er eine Woche zuvor bei der inoffiziellen Challenge-Weltmeisterschaft ("The Championship") im slowakischen Samorin mit großen Ambitionen gestartet war und "nur" als Neunter ins Ziel kam.
Die Challenge über die Halbdistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) diente als Rehabilitation und als Vorbereitung auf den ersten Saisonhöhepunkt, die Challenge über die Landdistanz in Roth am 1. Juli. Und Dreitz tankte in Dänemark noch einmal Selbstvertrauen.


Neunter nach dem Schwimmen

Bereits beim Schwimmen merkte Dreitz, dass es ein guter Tag werden kann. Auch wenn die Profis bei einer Wassertemperatur von 23,1 Grad auf den Neoprenanzug verzichten mussten, was für schwerere Athleten ein Nachteil ist, kam der Michelauer gut durch und als Neunter nach 24:10 Minuten aus dem Fuglsangsee. Der Rückstand auf den führenden Schweden Jesper Svensson betrug 1:37 Minuten.
Auf dem Rad ließ es der Oberfranke - im Gegensatz zur Vorwoche in Samorin, als er gleich Vollgas gab und sich damit verausgabte - langsam angehen. Nachdem der 29-Jährige seinen Rhythmus gefunden hatte, machte er Tempo und arbeitete sich im Feld nach vorne.
Nach 50 km war Dreitz Dritter, doch wenig später überholte der den Dänen Mathias Lyngsö Petersen und dann Svensson. Dreitz drückte vor allem auf den letzten zwölf Kilometern bei großer Hitze nochmals aufs Gas und fuhr in diesem Abschnitt einen Schnitt von 45,5 Kilometer pro Stunde.


44 km/h über die 90 Kilometer

Am Ende benötigte er 2:02:43 Stunden für den Radpart bei einer Geschwindigkeit von knapp 44 km/h. Der zweitbeste Radfahrer benötigte über sieben Minuten länger.
Damit hatte sich Dreitz einen komfortablen Vorsprung vor dem Halbmarathon von 4:30 Minuten erarbeitet. Das Laufen wurde dann zur Hitzeschlacht. Bei Windstille ging es am frühren Nachmittag durch Hernings Innenstadt. Dort bestätigte der Michelauer seine gute Laufform. Er hielt seinen Vorsprung nahezu konstant und hatte im Ziel mit 1:16:47 Stunden für die 21,1 Kilometer die zweitbeste Laufzeit.
Nach 3:47:12 Stunden feierte Dreitz souverän mit 4:42 Minuten Vorsprung vor Petersen seinen Sieg, wofür er 3500 Euro Preisgeld erhielt. Dritter wurde ebenfalls ein Däne, Kristian Hindkjaer, der Svensson auf Rang 4 verwies. Mit Markus Hörmann aus Dietramszell als Neunter und Matthias Knossalla (Wiesbaden) kamen zwei Deutsche in die Top Ten.
Die erbrachten Leistungen und der Sieg in Dänemark geben Andreas die nötige Bestätigung und Motivation für die letzte Vorbereitungsphase vor seinem Start in drei Wochen bei der Challenge Roth am 1. Juli. Dort trifft er unter anderem auf den Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle.