Wie unglücklich für die Lichtenfelser Bezirksoberliga-Handballer: Da liefern sie eine herausragende Leistung ab, spielen als Außenseiter gegen den hohen Favoriten über weite Strecken sensationell und werden trotzdem nicht mit Erfolg belohnt.

TS Lichtenfels - SG Rödental 25:28
Die Genugtuung, dass die TSL-Handballmänner den Ranglisten-Zweiten, SG Rödental, einen großen Schrecken eingejagt haben, erschien nach der knappen 25:28-Heimniederlage nur nebensächlich. Obwohl eine Punkteteilung mehr als verdient gewesen wäre, blieb unterm Strich wieder einmal nichts Zählbares übrig.

Der Handballsonntag hat sich für die vielen Besucher im Lichtenfelser Sportzentrum zumindest dahingehend gelohnt, dass sie ein spannendes Spiel auf gutem Niveau verfolgen durften. Mit 6:1 (10.) dominierten die Gastgeber die Partie. Alexander John und Maurizio Korte zeigten der geschockten SG Rödental, wie man seine Chancen nutzt: Nach 15 Minuten stand es bereits 8:3.

SG-Coach André Stegner reagierte und brachte die Routiniers Torsten Dohnalek und Dirk Wolf. Sein Team fand durch eine Umstellung in der Abwehr nun langsam ins Spiel. Fabian Cichon traf seine Siebenmeter, Felix Riedel und Wolf nutzten ihre Möglichkeiten und verkürzten auf 9:11 (25.). Mit dem Treffer von Philipp Rödel zum 12:9 zog der Gastgeber wieder an. Und schöne Tore über die zweite Welle von Carsten Hansen und Jonas Höfner führten zum 14:10 (28).

Eine derart bärenstarke Abwehr über weitere 30 Minuten durchzuhalten, schien für die TSL kaum machbar. Doch die Borchert-Männer blieben am Drücker und verwalteten ihren Drei-Tore-Vorsprung. Trotz Unterzahl versenkten Höfner und Hansen die Kugel souverän im SG-Tor. "In der Abwehr ließen wir dann aber zu viel durchgehen", sagte Borchert. Das Resultat waren Strafzeiten und Siebenmeter. Auch die Einwechslung von Cichon ins SG-Tor zahlte sich für die Gäste aus, sodass nach 39 Minuten der 19:19-Ausgleich fiel (39.).

Mit Nicholas Cudd stand nun ein frischer Mann im Lichtenfelser Gehäuse, der klare Chancen der Rödentaler parierte. Durch mehrfache Ballverluste der TSler übernahm der Favorit erstmals die Führung. Spannend blieb es trotzdem, denn Lichtenfels erhielt sich die Siegchance. Weitere technische Mängel und Fehlwürfe wurden der TSL aber zum Verhängnis. Ihr Gegner nutzte das gnadenlos aus und drehte schließlich gerade noch die Partie.
TS Lichtenfels: Lutz/Cudd - Rödel (1), A. John (5), Hochwart, Schulze (1), Hansen (5/1), Bernecker, Eisele, C. John (2), Höfner (7/1), Korte (4)

HG Hut/Ahorn - HG Kunstadt 23:24
Mit 24:23 schlug die Zelenov-Truppe den Tabellennachbarn aus Ahorn und legte dabei den Fluch ab, der das Team an den vergangenen beiden Spieltagen noch ereilt hatte: Denn sowohl gegen Bamberg/Hallstadt als auch gegen den HC Bamberg hatten die Männer um Daniel Maile in den letzten Sekunden den Sieg wieder aus der Hand gegeben.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie auf den Ausfall von David Jung reagiert hat", sagte Trainer Kostja Zelenov. Ein Schlüssel zum Auswärtserfolg war die starke und konzentrierte Abwehrleistung, die den Gastgebern alles abverlangte. Und auch wenn Ahorn über Thomas Linke früh mit 2:0 und später mit 8:6 in Führung ging, behielt die HGK die Ruhe und konnte sich dabei erneut auf Simon Swoboda verlassen, der im Kunstadter Gehäuse eine überragende Leistung zeigte.

In der Offensive übernahm Kapitän Oliver Oester die Rolle David Jungs und strahlte Torgefahr aus dem Rückraum aus. Ahorn ließ trotz der Zwischenstände von 3:5 und 8:10 nicht locker. Die Truppe von Trainer Rüdiger Keller nahm Kunstadts Spielmacher Nicklas Oester über einen Großteil der Spielzeit in Manndeckung. Allerdings hatten die Hausherren nicht die flinken Beine von Lukas Heppner auf dem Zettel, der die Ahorner Abwehr ein ums andere Mal sprichwörtlich austanzte. Ihm und Swoboda war es zu verdanken, dass die HGK zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Zwischenspurt von 11:10 (33.) auf 16:20 (48.) hinlegte. Aufgrund der erneut dünnen Personaldecke war die HGK aber dann nur bedingt in der Lage, die teils klaren Zwischenstände über die Zeit zu retten. Ahorn steckte nicht auf und verkürzte Tor um Tor. Letztlich lief den Hausherren aber die Zeit davon, und die HG Kunstadt zeigte sich fest entschlossen, nicht wieder unnötig Punkte liegen zu lassen. Der Treffer zum 21:24 (57.) war dann die Entscheidung.
mts
HG Kunstadt: Swoboda/Etterichretz - Oester O. (8/2), Oester N. (4), Heppner (4), Deuber (2), Maile (2), Volk (2), Steuer (2/2), Söllner, Zelenov