Und dennoch hatte der 33:29 (13:16)-Heimerfolg der Kunstadter gegen den starken Aufsteiger von der HG Hut/Ahorn einen faden Nachgeschmack.

Verdacht auf Kieferbruch bestätigt sich nicht

Als Kunstadts Lukas Heppner eine Minute vor Spielende nach einem Schlag von Thomas Stöckls Ellenbogen regungslos auf dem Boden lag, kochten die Emotionen auf der Tribüne endgültig hoch. Heppner wurde wenig später mit Verdacht auf Kieferbruch ins Krankenhaus eingewiesen, was sich am gestrigen Sonntag aber nicht bewahrheitete.
Egal ob absichtlich oder unglücklich: Diese Szene war lediglich der traurige Höhepunkt einer Serie von unschönen Szenen eines sehr körperbetonten Spieles, bei dem vor allem die Gäste ihre Nerven nicht immer im Griff hatten. Schade, dass deshalb die Leistung eines Kunstadters in den Hintergrund rückte: Andrei Stirbati, eigentlich Spielertrainer der "Zweiten", stattete nämlich seinen ehemaligen Teamkollegen einen "Besuch" ab und avancierte mit seinen acht Treffern zum Matchwinner.

Viele Kunstadter Zeitstrafen

Dabei begann die Partie der Tabellennachbarn vor allem sportlich höchst interessant. Die Ahorner präsentierten sich vom Anpfiff weg als eine physisch ungemein starke Mannschaft, die den Kunstadter Angreifern vor allem mit der 6-0-Abwehr das Leben sehr schwer machte. Zudem hatten die ambitionierten Gäste mit Simon Lesch den Hausherren gegenüber eindeutige Vorteile auf der Torhüterposition. Auch deshalb zogen die Männer von Trainer Rüdiger Keller nach dem 4:4 (8.) auf 5:8 davon (18.), profitierten dabei aber auch von zahlreichen Kunstadter Zeitstrafen. Kunstadt versuchte über den Kampf zurück ins Spiel zu finden. Einige Ballgewinne waren das Resultat einer engagierten Abwehrleistung. Aus dem geordneten Spiel kam aber noch zu wenig. Auch der Einsatz von "Rückkehrer" Stirbati änderte daran zunächst nicht viel. Nach dem 8:13 (22.) verkürzte die HGK bis zur Pause aber immerhin noch auf 13:16.

14:20-Rückstand für die HGK

Im zweiten Abschnitt deutete zunächst alles auf einen Auswärtserfolg der Gäste hin. Kunstadt biss sich die Zähne an Ahorns Abwehr und den Torhütern aus. Allerdings machte der Gast nach dem 14:20 (38.) den Fehler, zu immer unsportlicheren Mitteln zu greifen. Die Schiedsrichter, die mit ihrer kleinlichen Regelauslegung für eine klare Linie sorgen wollten, waren aber gerade in diesen Szenen nicht konsequent. Beispielsweise hätte das völlig übermotivierte Einsteigen von Ahorns Schlussmann De Rooij, der sich kurz zuvor schon mit den Zuschauern angelegt hatte, gegen Kunstadts Niklas Oester durch aus die Rote Karte verdient gehabt.

Rote Karte weckt den Kampfgeist

Bei der HG war aber dadurch der Kampfgeist geweckt. Coach Prediger beorderte David Jung auf Außen und schickte Stirbati zurück auf das Feld. Das Angriffsspiel der Gastgeber wurde somit breiter und flexibler. Zudem hatte Schlussmann Kießling nun seine beste Phase. Beim 28:28 (55.) sorgte Stirbati selbst für den Ausgleich, und als Oliver Oester den 30:29-Führungstreffer erzielte, war eigentlich alles für ein Handballfest angerichtet. Heppners Verletzung trübte aber die Freude über den 33:29-Erfolg.

Die Statistik

HGK: Kießling, Willnecker - Stirbati (8/1), Oester (6/3), Jung (5/1), Heppner (4), Scholz (4), N. Oester (4), Maile (1), Schülein (1), Volk, Dück, Deuber, Steuer / HG Hut/Ahorn: Lesch, De Rooij - Stöckl (10/4), Linke (6), Werner (5), Mundt (4), Döbereiner (2), Hanbecke (1), Friedrich (1), Herrmann, Edinger, Strerl, Weikard, Nanke / SR: Berghammer, Fehn (beide Bayreuth)