Durch einen überzeugenden 3:0-Erfolg gegen den SV Kirchahorn haben die Damen des TSV 1860 Staffelstein die Meisterschaft in der Bezirksliga Oberfranken West perfekt gemacht. Mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga kann die TSV-Elf gleichzeitig den größten Erfolg ihrer noch jungen Geschichte verbuchen.
Zur Matchwinnerin der einseitigen Partie avancierte TSV-Kapitän Sibylle Schöner, die mit ihren drei Treffern für ihre zuletzt im Abschluss unglücklich agierenden Mitspielerinnen in die Bresche sprang und so ein bis zum Schluss packendes Saisonfinale gegen den Verfolger DJK Stappenbach (4:2 in Eicha) für ihr Team entschied.
Die TSV-Elf begann gegen den Tabellensiebten offensiv und war auf eine schnelle Entscheidung aus. Bereits in der dritten Minute hatten die TSV-Fans den Torschrei auf den Lippen, als der Gast aus Kirchahorn das Leder um ein Haar über die Torlinie in den eigenen Kasten bugsiert hatte.
Drei Minuten später war der Jubel dann aber groß: Jessika Keil steckte am 16er den Ball exakt in den Lauf von Schöner - die TSV-Leaderin fackelte nicht lange und versenkte das Leder aus zehn Metern halblinker Position zum 1:0 im Netz.
Der Gast kämpfte im Mittelfeld zwar bravourös, fand aber insbesondere gegen die technisch starke Mittelfeldachse Julia Hagen/Jessika Keil oft kein probates Mittel. Beim TSV hingegen kam in der Spitze der finale Pass oft nicht an. In der 25. Minute tankte sich dann Nachwuchsakteurin Michelle Lieb über rechts doch einmal durch und legte auf Keil ab, die allerdings das Leder aus spitzem Winkel übers SV-Gehäuse schoss. Der TSV versuchte es dann folgerichtig öfter aus der Distanz: Die aufgerückte Lisa Eller zog aus 25 Metern ab, SV-Keeperin Polster war jedoch auf dem Posten (34). Zwei Minuten später kam wieder Eller aus 20 Metern zum Abschluss, der Ball passierte die Querlatte nur um Zentimeter. Kirchahorn versuchte in dieser Phase, den TSV mit Kontern zu überraschen, blieb jedoch in der von Brunner gut organisierten Abwehr immer wieder hängen.

Hagens mustergültige Vorarbeit


Fünf Minuten vor der Pause setzte sich Hagen über Rechts durch und passte nahe der Grundlinie in den "Fünfer". Schöner konnte sich im Laufduell durchsetzen und drückte das Leder zum 2:0 in die Maschen.
Nach dem Seitenwechsel war es vor allem Lieb, die über den rechten Flügel immer wieder gehörig Dampf machte. Eine ihrer unzähligen Flanken köpfte Lins in der 46. Minute nur um Haaresbreite neben das Tor. Drei Minuten später legte Hagen steil auf Lins ab, deren Schuss von der SV-Keeperin allerdings noch pariert wurde.
In der 53. Minute fiel dann die längst fällige Vorentscheidung: Wieder war es Schöner, die auf der halblinken Position zwei SVlerinnen ins Leere laufen ließ und mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze ihre tolle Leistung mit dem 3:0 krönte.
Der TSV blieb in der Folgezeit weiterhin am Drücker, ließ es nun jedoch etwas gemächlicher angehen. In der 66. Minute verließ dann Hagen, die trotz ihrer Verletzung auf die Zähne gebissen und sich vorbildlich in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte, unter lautem Beifall das Feld. Eine Viertelstunde vor dem Ende versuchte es Schöner noch einmal aus 18 Metern direkt, setzte den Ball jedoch über das Gehäuse.

Autokorso durch die Stadt


Nach dem Schlusspfiff der von C. Fliege gut geleiteten Partie war der Jubel dann groß, der Sekt und das Bier flossen in Strömen. Auch die Gäste aus Kirchahorn konnten nach den gemeldeten Ergebnissen anstoßen - auf den Klassenerhalt.
Durch einen lautstarken Autokorso durch die Badstadt dürfte dann wohl auch der letzte Staffelsteiner Einwohner von der Meisterschaft der TSV-Damen erfahren haben.