Für die Attraktivität des Schachbezirks Oberfranken spricht es, dass in ihm auch auswärtige Vereine mitwirken - wie etwa der SC Waldsassen aus der Oberpfalz. Gegen dessen erste Mannschaft behielt der SV Seubelsdorf klar die Oberhand.


Bezirksoberliga


SC Waldsassen - SV Seubelsdorf 1,5:6,5

Die Richtung gab Harald Schulze an Brett 4 vor: Mit einer bizarren Eröffnung konfrontiert, sicherte er gelassen das Zentrum. Seine ruhige Hand konnte bald darauf einen frühen Sieg einstreichen. An Brett 7 behielt Uwe Voigt die Oberhand.
Matthias Bergmann hatte sich an Brett 3 ebenfalls eine Gewinnstellung erarbeitet. Ein Fingerfehler im Endspiel ließ die Partie jedoch zu einem Unentschieden verflachen. Wenig später feierte Jürgen Gegenfurtner einen fulminanten Einstand als Seubelsdorfer Spitzenspieler. An der Schwelle zum Endspiel strickte er ein lückenloses Mattnetz.
Spannung kam noch einmal auf, als Ivan Adamovic an Brett 2 unterlag. Es lag also an den Jungen Christian Gebhardt, Marko Hofmann und Tobias Kolb. Das Trio hielt dem Druck mehr als nur stand. Gebhardt beendete das Spiel an Brett 5 elegant, indem er ein vernichtendes Schach mit einem ungedeckten Springer bot.
An Brett 7 gelang es Kolb, leichten Positionsdruck abzustreifen und dabei materiellen Vorteil zu erlangen, den er im Endspiel verwertete. Hofmann befreite sich aus einer Blockadestellung und schickte Freibauern ins Rennen, denen schließlich nichts mehr entgegenzusetzen war. uv


SK Presseck - SK Michelau 3,5:4,5

Was dürfte den Spielern des SK Michelau zu diesem sechsten Spieltag der Bezirksoberliga wohl stärker im Gedächtnis bleiben: der Sieg oder der Eklat? Nicht oft enden Schachbegegnungen in einem Streit. Am Sonntag beim Auswärtskampf in Presseck kam es genau dazu.
Entzündet hatte sich alles bei der für den SK Michelau knappen Führung von 3:2. Hatte Bernd Stammberger wirklich die Zeitkontrolle verpasst und fiel sein Blättchen auf der Uhr vor dem Absolvieren des in diesem Falle lebenswichtigen 40. Zugs? Verlust durch Zeitüberschreitung also? Sein Gegner, Alexander Dohlus, sagte ja, Stammberger sagte nein. Es kam zum Streit und Dohlus, der nach langem Kampf mit Stammberger in einer remislichen Stellung gelandet war, stellte die Schachuhr ab und notierte 1:0 für sich und in den Spielberichtsbogen. Das Abstellen der Uhr erschwerte die Rekonstruierung des Geschehenen und Stammberger hingegen verweigerte die verpflichtend zu leistende Unterschrift auf den Partieformularen. Noch lange diskutierten die Mannschaftskollegen der beiden das Pro und Contra des schwer zu klärenden Vorfalls. Der Fall wird vor einer Bezirksschiedsinstanz entschieden. Gut möglich also, dass der 4,5-3,5-Sieg des SK Michelau noch höher ausfallen wird.
Edgar Schaller unterlag nach einem Anfall von "Schachblindheit" gegen Otakar Machacek. Markus Häggberg erzielte gegen Reinhard Baar den Ausgleich. In einer Kurzpartie trennten sich Alfons Schüpferling und Jürgen Kolditz unentschieden. Zu dieser Zeit wurde Andreas Schüpferling ein Remis von seinem Gegner Jiri Strahl unterbreitet. Gert Grüner und Miroslav Kylar einigten sich auf Remis. Benjamin Zerr nutzte einen Fehler von Jürgen Tesching zum Sieg. Auch der oberfränkische Meister Klaus Beier profitierte von einer Nachlässigkeit seines Gegners Pavel Komprdas und machte damit den Sieg klar - unabhängig davon, wie das Urteil des Bezirksschiedsgerichtes lauten wird.
Durch den neuerlichen Sieg befindet sich das Michelauer Team um Beier drei Runden vor Saisonschluss weitab von jedem Abstiegsplatz. MH