Und ab Donnerstag geht's gleich weiter. Nach der Bayern-Rundfahrt und dem Giro d'Italia, wo Janorschkes Team mit zwei Podiums- und insgesamt acht Top-Ten-Platzierungen ein überragendes Resultat vorzuweisen hatte, steht von Donnerstag bis zum Sonntag, 17. Juni, mit der Ster ZLM Toer GP Jan van Heeswijk (Kat. 2.1) das nächste Etappenrennen für die im oberbayerischen Rabuling beheimatete Mannschaft an. Mit am Start steht auch der Altenkunstadter, der seit seinem Sturz am Ostersonntag beim Toprennen Paris-Roubaix pausieren musste.


Hartnäckige Ellenbogenverletzung



Nach einer Ellbogenoperation und Komplikationen mit dem Schleimbeutel trainierte der vor zwei Wochen 25 Jahre alt gewordene Altenkunstadter seit Ende Mai wieder auf der Straße. "Das Problem mit dem Schleimbeutel war sehr hartnäckig", sagt Janorschke, der um eine zweite Operation herumgekommen ist, aber noch nicht völlig schmerzfrei ist. Eine gepolsterte Bandage schützt derzeit das verletzte Gelenk.


Lob vom sportlichen Leiter



Am vergangenen Sonntag schnupperte er wieder Rennluft. "Grischa hat sich dabei gut gefühlt. Er wollte in Gruppen mit dabei sein und hat das Team mit seiner Nachführarbeit unterstützt. Unterm Strich sind wir optimistisch mit seinem Form-Aufbau", sagte Enrico Poitschke, der sportliche Leiter bei Net-App. Zusammen mit Markus Eichler sorgte Janorschke mit dafür, dass André Schulze wieder an die Ausreißergruppe herangeführt wurde. Die übrigen Net-App-Fahrer bereiteten den Sprint vor. "André ist an vierter Position auf die Zielgerade gekommen, musste dann aber nach einer Welle kurz rausnehmen und hat seine gute Ausgangsposition verloren. Somit geht sein fünfter Platz vollkommen in Ordnung", zog Poitschke Bilanz. Das Rennen über 186 Kilometer durch Berlin (Kat. 1.1) und sein Umland gewann im Massensprint Andre Greipel (Lotto Belisol) vor Rüdiger Selig (Katusha) und Raymond Kreder (Garmin-Baracuda). Janorschke kam auf Rang 87 mit 39 Sekunden Rückstand ins Ziel.


Niederländische Rundfahrt über vier Tage



Nun stehen ab morgen 668,5 Kilometer für Janorschkes Team auf dem Programm. Die niederländische Rundfahrt führt durch die Provinzen Nordbrabant und Limburg und macht am dritten Tag einen Abstecher ins belgische Lüttich. Auf dem Programm der Ster ZLM Toer stehen außerdem Teilstücke des Amstel-Gold-Race und von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Für Weltklassesprinter wie Mark Cavendish oder André Greipel, die derzeit nicht an der Tour des Suisse teilnehmen, ist die kurze Rundfahrt eine Vorbereitung für die Tour de France.

"Die Rundfahrt ist insgesamt verhältnismäßig flach und wird wahrscheinlich auf der bergigeren Königsetappe am dritten Tag entschieden. Wenn da hart gefahren wird, haben Sprinter wenig Chancen, mit vorne anzukommen", so die Einschätzung von Poitschke. "Wir sind sowohl für die erwarteten Sprintankünfte mit André Schulze und Michael Schwarzmann gut aufgestellt, wollen aber auch in der Gesamtwertung ein Wörtchen mitreden", steckt Poitschke ehrgeizige Ziele.


75 Prozent des Leistungsvermögens



Für Janorschke ist das viertägige Rennen eine gute Gelegenheit, wieder in Form zu kommen. "Ich schätze mein Potenzial derzeit auf 75 Prozent", sagt der 25-Jährige, dem natürlich die Rennkilometer der letzten Wochen fehlen. "Training auf der Rolle ist halt nicht so umfangreich, wie auf der Straße oder gar Rennen. Die nächsten Wochen werden hart, um wieder in Topform zu kommen", sagt der Altenkunstadter, der sich aber freut, von heute auf morgen wieder ein Spitzenrennprogramm absolvieren zu dürfen. Nächste Woche hofft er, bei den deutschen Meisterschaften starten zu können, ehe in der ersten Juli-Woche entweder die Österreich-Rundfahrt oder die Solidarnosc-Tour in Polen ansteht. Die Hauptsache für Janorschke ist aber, sturzfrei bleiben.