Matthias Menger ist beim FC Lichtenfels alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Als langjähriger Cheftrainer und zuletzt auch noch Spieler der Lichtenfelser "Dritten" in der Spielzeit 2012/13 ist er fest im Verein verankert, zumal die Söhne Felix und Maximilian nach wie vor die Fußballschuhe für die Korbstädter schnüren. Sein letztes Traineramt hatte er in der Spielzeit 2012/13 inne, als er die A-Junioren unter seinen Fittichen hatte und beim Relegationsspiel mit seiner Truppe am Aufstieg in die Landesliga schnupperte - und genau diese Jahrgänge hat Mattthias Menger nun wieder übernommen.

Was haben Sie in den vergangenen Jahren gemacht?
Matthias Menger: Zumindest fußballerisch habe ich nichts gemacht. Von den eigenen Sportaktivitäten her konzentriere ich mich mittlerweile ohnehin mehr auf Fitnesstraining und Golf, wie so viele ältere Fußballer. Allerdings ist mein Kontakt zum FC Lichtenfels eigentlich nie abgebrochen. Mein älterer Sohn Maximilian spielt ja nach wie vor bei den Herren mit, auch wenn er nach einer Knochenverletzung seit einem Jahr außer Gefecht ist. Und mein jüngerer Sohn Felix gehört zum U19-Team, hatte sich aber einen Kreuzbandriss zugezogen und fängt jetzt erst im Winter wieder an. Ansonsten habe ich gemacht, was man eben so macht.
Hat sich der Trainerrücktritt des Duos Baumann/Kasih für Sie angedeutet?
Im letzten Jahr in der B-Jugend waren die Jungs von den Trainern noch begeistert. Aber ich bin nicht nahe genug dran, um etwas über die Entwicklung in der Vorrunde sagen zu können.

Als Sie dann der Ruf ereilt hat, gab es keine spontane Zusage. Warum eigentlich nicht?
Mich hatte der FC-Vorsitzende Thomas Neckermann am Dienstag vor einer Woche angerufen und angefragt. Ich habe mir Bedenkzeit bis zum Wochenende erbeten, weil ich es nicht alleine machen wollte. Bereits bei meiner letzten Tätigkeit hat die Zusammenarbeit mit Christian Sünkel ganz hervorragend geklappt. Jetzt ist mein früherer Reservecoach Torsten Hellmuth mit an Bord. Außerdem konnten wir noch den langjährigen FC-Sturmführer Thorsten Krappmann für unser Trainerteam gewinnen, der ab und zu noch in der Reserve und bei der Altliga kickt.

Auch mit der Mannschaft gab es ein paar Takte zu reden, oder?
Ich hatte gehört, dass sich die Jungs gewünscht hatten, dass ich Nachfolger werden soll. Das hatte aber dazu geführt, dass ich mich lange vor der Zusage gedrückt hatte - doch letztlich konnte ich das Team nicht im Stich lassen. Allerdings ist mir bewusst, dass uns keine leichte Aufgabe erwartet und das habe ich meinen Spielern auch klar gemacht. Wichtig ist jetzt, dass mit der richtigen Einstellung an die Sache rangegangen wird. Da darf das Ego nicht im Vordergrund stehen.

In der Winterpause gab es ja erhebliche personelle Veränderungen.
Das stimmt. Mit Brendan Koch, Jannik Hempert, Alexander Giuntoli und Ahmet Özcan werden uns vier Spieler in Richtung JFG Rodach Main verlassen. Ich habe mit den Akteuren zwar noch gesprochen und abgeraten, zwei Klassen tiefer zu wechseln. Aber die vergangenen Querelen hatten bei ihnen Spuren hinterlassen, und letztlich akzeptiere ich ihre Entscheidung. Allerdings konnten wir Joshia Betz und Eugen Lorenz für uns gewinnen, und auch ein Junge, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist, trainiert mit. So können wir den etwas knappen Kader voraussichtlich zumindest halbwegs konstant halten.

Und was werden Sie in den kommenden Wochen ändern?
Wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft und natürlich auch die einzelnen Spieler verbessern. Dabei werden wir im Trainerteam taktisch und spielerisch neue Akzente setzen. Unser Ziel ist es dabei, so schnell wie möglich einen ordentlichen Abstand zu den möglichen Abstiegsplätzen aufzubauen. Bei nur 18 Mann darf aber nicht viel passieren. Aber ich kann mich auf meine Trainerkollegen hundertprozentig verlassen und es hat mich gefreut, dass sich unser früherer Masseur Alfred Bernhard wieder gemeldet hat - als er gehört hatte, dass ich bis zum Rest der Saison die Mannschaft übernehmen werde, hat er sich spontan bereit erklärt, die Jungs physio-therapeutisch zu betreuen. Das hat gleich für große Freude bei unserer Truppe gesorgt.