Auch der neue oberfränkische Hallenfußball-Kreismeister kommt aus dem Spielkreis Bamberg: Der Landesligist SV Memmelsdorf löste gestern Abend die DJK Don Bosco Bamberg ab. Durch einen Treffer von Stürmer Markus Saal in der letzten Spielminute entschieden die Memmelsdorfer das torarme Finale gegen den SV Mitterteich mit 2:1 für sich. Saal hatte bereits kurz nach der Pause auch für den Ausgleich gesorgt.

Spiele von der Taktik geprägt


Überhaupt sahen die relativ wenigen Zuschauer in der Ebersdorfer Frankenland-Halle ein "überschaubares" Turnier. Spektakuläre Aktionen blieben Mangelware, dafür langweilten einige Teams mit ihrer sehr taktisch geprägten Spielweise die neutralen Beobachter. Wie so oft setzte sich zwar die Taktik des mitspielenden Torwarts durch, doch dafür blieb das Tempo auf der Strecke.
Während die Memmelsdorfer ihren zum besten Turnierkeeper gewählten Schlussmann Matthias Kühhorn nicht ganz so häufig in den Spielaufbau mit einbezogen, lief bei den Stiftländern quasi jeder Angriff über den 46-jährigen Domke.

Memmelsdorf dreht das Endspiel noch


Doch im Finale nutzte das den "Grün-Weißen" von Trainer Reinhold Schlecht auch nichts. Trotz einer guten Ausgangsposition zur Halbzeit (1:0-Führung) mussten sie schließlich den größeren Siegeswillen der Memmelsdorfer anerkennen, die verdient gewannen, weil sie nach derPause mehr riskierten.
Die Mitterteicher mussten aber auch ihrem kräftezehrenden Halbfinale Tribut zollen, denn das gewannen sie erst nach Verlängerung und Siebenmeterschießen mit 10:9 gegen den FSV Bayreuth. Und diese Verlängerung war völlig unnötig, denn die Bayreuther lagen in diesem K.o.-Spiel 70 Sekunden vor Schluss mit 1:3 hinten, ehe sie mit zwei Toren noch ausglichen.

Frohnlach geht im Halbfinale unter


Das andere Halbfinale wurde zu einer klaren Sache für den späteren Turniersieger, der dem VfL Frohnlach nicht den Hauch einer Chance ließ. Mit 0:5 unterlagen die "Blau-Weißen", die überwiegend mit Spielern aus der Bezirksliga-Mannschaft antraten. Lediglich der Torschützenkönig des Turniers, Tayfun Özdemir (6 Treffer, davon drei im Spiel um Platz 3), und Paul Scheller, überzeugten Bayernligatrainer Dieter Kurth.
Aber auch diese beiden Jungs standen im Halbfinale gegen die technisch guten und jederzeit aufmerksam verteidigenden Memmelsdorfer auf verlorenem Posten. Und es kam noch schlimmer für die Bayernliga-Reserve: Angreifer Philipp Walther zog sich nach einem Pressschlag eine Fußverletzung zu.
So schlecht das Turnier für die Frohnlacher auch endete, genauso schwach hatte es begonnen. Denn ausgerechnet gegen den Lokalrivalen SC Sylvia Ebersdorf kassierten sie eine 4:5-Niederlage. Dank zweier Siege über Thiersheim und Bayreuth fiel die Derby-Pleite aber nicht ins Gewicht.

Ebersdorf mit tollem Start ins Turnier


Die Ebersdorfer machten aus ihrer guten Ausgangsposition zu Beginn allerdings zu wenig und verloren sowohl gegen Bayreuth, als auch gegen Thiersheim. Auch der dritte Vertreter des Spielkreises Coburg/Lichtenfels hatte mit dem Ausgang nichts zu tun. Zu schwach präsentierte sich Bezirksoberligist SpVgg Lettenreuth, der sich zumindest damit trösten konnte, dass er dem Turniersieger beim 2:2 ein Remis abtrotzte.

Lettenreuther ersatzgeschwächt


Das Team von Trainer Mahir Kolsuz musste aber auch im Gegensatz zu ihrem Turniersieg im Spielkreises II wichtige Spieler ersetzen.
Dazu kam, dass die Konkurrenz in der Gruppe A übermächtig war. Denn nicht nur die beiden späteren Finalisten, sondern auch der Vorjahresmeister DJK Bambergwar an diesem Tag eine Nummer zu groß für die Lettenreuther. oph