Der SG Rödental ist fünf Spieltage vor Saisonende der Meistertitel der Handball-Bezirksoberliga quasi nicht mehr zu nehmen. Diese aus Sicht der HG Kunstadt bittere Erkenntnis stand nach der 29:30 (15:12)-Niederlage der Mannschaft von Coach Kostja Zelenov beim damit weiter verlustpunktfreien Tabellenführer fest. Dabei hatte der Kunstadter Anhang sogar Hoffnung auf das "Handball-Wunder" in Form eines Kantersiegs zum Gewinn des direkten Vergleichs gehegt, doch in den Schlussminuten gaben die Gäste ihren zwischenzeitlichen Fünf-Fünf-Tore komplett aus der Hand und kassierten dafür eine Niederlage, die die Mannschaft nach einer derart starken Leistung nicht verdient hatte.


Fans mit Schiris unzufrieden

Aber es spricht eben auch für die Truppe von SG-Coach Niels Greiner, dass sie selbst gegen ein solch bärenstarkes Team den Nimbus der Unbesiegbarkeit bewahrte, auch wenn das nicht nur im Kunstadter Fanblock mitunter auf die Leistung des Schiedsrichtergespanns zurückgeführt wurde. Und in der Tat hinterließ beispielsweise die ungleiche Verteilung der Zeitstrafen (Rödental 2 / Kunstadt 8) einen faden Beigeschmack, den dieses Spitzenspiel nicht verdient hatte. Für den angestrebten Kunstadter Sieg mit zehn Toren Unterschied war dies aber letztlich unerheblich.


Topniveau

Sieger war neben Rödental der Handballsport in der Bezirksoberliga, denn ein solch packendes Duell auf derart hohem spielerischen Niveau hat man in dieser Liga selten gesehen. Natürlich hätte das "Gipfeltreffen" einen noch dramatischeren Rahmen gehabt, wenn da nicht die klare Hinspiel-Niederlage in Altenkunstadt gewesen wäre. Aber gerade weil die HGK am Sonntag im Gegensatz zum Hinspiel in Bestbesetzung antrat, spürte man bei den Gästen den Glauben an die Sensation.


Rödental wird beim 7:12 nervös

Auf der Gegenseite kam durchaus Unruhe auf, als die HG nach dem 5:5 bis zur 22. Min. auf 12:7 davonzog. Damit hatten die Gäste bereits die Hälfte des Ziels erreicht, hatten die Rechnung aber ohne Rödentals Sergiy Trotsenko gemacht. Der beste Rückraumspieler der Liga nahm sich zwar unheimlich viele Würfe und scheiterte dabei mehrfach an Kunstadts starkem Torwart Alex Kießling, aber dennoch erwischten seine insgesamt elf Tore die HGK immer zum falschen Zeitpunkt.
Doch die Partie auf einzelne Akteure zu reduzieren, würde dem Spitzenspiel nicht gerecht werden. Eines der tollen direkten Duelle lieferten sich beispielsweise Rödentals Stefan Schuhmann und Kunstadts Kamil Piskac am Kreis, doch auch Anton Lakiza, Hannes Beuerle, Nicklas Oester und später David Jung in der Abwehr drückten dem Kunstadter Spiel ihren Stempel auf.


HGK durch Verletzungen und Zeitstrafen dezimiert

Nach dem 12:15-Pausenstand kamen dann erst wieder beim 17:21 (44.) die Rechenschieber im Kunstadter Fanblock zum Einsatz. Doch bei Kunstadt sollte sich nun rächen, dass man immer wieder in Unterzahl agierte. Zudem schwächten die Verletzungen von Kamil Piskac und Andrei Stirbati sowie die dritte Zeitstrafe für Anton Lakiza die HG zusätzlich.
Auf der Gegenseite steigerten sich Schlussmann Florian Cichon und vor allem Offensivkraft Daniel Metz, der deutlich machte, dass die Greiner-Truppe keinesfalls auf Trotsenko zu reduzieren ist. Als in der 56. Min. Andreas Günther den Führungstreffer der SGR zum 28:27 erzielte, kam die HG nochmals bravourös zurück, musste sich am Ende aber einem an diesem Tag schlichtweg glücklicheren Team mit 29:30 geschlagen geben. mts


Die Statistik

SG Rödental: Florian Cichon, Fleischmann - Trotsenko (11), Stefan Schuhmann (7/2), Metz (6), Fladt (3), Fabian Cichon 2/1, Günther (1), Christoph Schuhmann, Krauß / HG Kunstadt: Kießling, Swoboda - Lakiza (8/4), N. Oester (7/1), Piskac (5), Beuerle (5), Stirbati (2), O. Oester (1), Jung (1), Maile, Deuber, Petersen, Schülein, Heppner / SR: Balzer, Schreiner (beide Gefrees)