Das klare Endergebnis von 33:26 (16:15) täuscht aber über die Tatsache hinweg, weil sich beide Mannschaften bis zur Schlussphase ein packendes und ausgeglichenes Duell lieferten.
Gegen Ende machte aber dann vor allem ein Akteur den entscheidenden Unterschied aus, den keiner der beiden Teams vor der Partie auf dem Zettel hatte. Aber Kunstadts Torhüter Simon Swoboda hatte sich gegen seine ehemaligen Teamkollegen einiges vorgenommen und setzte Akzente zur richtigen Zeit.

Zwei gleichwertige Teams

Doch bevor er seine Mannschaft endgültig auf die Siegerstraße brachte, waren sich in der Obermainhalle zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber gestanden. Nach ausgeglichenem Beginn (3:1, 6:7) fanden die Kunstadter nach dem 8:8 besser ins Spiel. Die 4-2-Abwehr packte beherzter zu und im Angriff ging die HGK variabel zu Werke. Auch wenn die 11:8-Führung bis zur Halbzeit noch auf 16:15 schmolz, waren leichte Kunstadter Vorteile nicht zu übersehen.

Scholz nutzt seine Freiräume am Kreis

Spannend blieb die Partie. Beide Teams gingen weiterhin beherzt in die Zweikämpfe und hatten jeweils sehr gute Männer im Kasten stehen. Denn sowohl Florian Cichon als auch der bei der HG eingewechselte Simon Swoboda zeigten sehenswerte Paraden. Jedoch bekam Neuses auch zunehmend Probleme mit Kunstadts Kreisläufer Marco Scholz. Nachdem die Gäste versuchten, über eine Manndeckung Kunstadts Spielmacher Nicklas Oester aus der Partie zu nehmen, nutzte Scholz den Freiraum und wurde dabei von David Jung und Lukas Heppner mustergültig bedient. Die HG zog so von 17:17 auf 20:17 davon, während Neuses mit zwei vergebenen Hebern vor dem Kunstadter Gehäuse auch schon erste Konzentrationsschwächen erkennen ließ.

Neuses hadern mit Schiris

Einer Vorentscheidung kam dann die Rote Karte für Gästespieler Christian Rottenbach nach dessen dritter Zeitstrafe in der 49. Min. gleich. Kunstadt erhöhte auf 26:22. Neuses ließ in Sachen Intensität nicht nach, erhielt aber weitere Zeitstrafen, was die eigene Unzufriedenheit mit den Schiedsrichtern noch verstärkte. Letztlich hatten die "Männer in Schwarz" aber keinen entscheidenden Einfluss auf den Spielausgang. Die letzten Minuten kamen einem Kunstadter Schaulaufen gleich. Die HGler schraubten das Ergebnis über 29:24 noch auf 33:26 hoch und vollzogen auch ein Stück Frustbewältigung hinsichtlich der vergangenen Duelle. mts

Die Statistik

HGK: Swoboda, Kießling - Jung (8/5), Scholz (6), O. Oester (5), N. Oester (4), Heppner (4), Maile (3), Dück (1), Deuber (1), Volk (1/1) / TVN: Cichon, Wendler - Jäckel (7/2), F. Cichon (4/1), Bunk (4), Kolb (3), Dohnalek (3), Rottenbach (2), Höhn (2), Dietl (1), Bieber / SR: Bayer, Schimik (Schwarzenbach)