Auf eine der erfolg-reichsten Spielzeiten in den vergangenen Jahren blickt der FC Lichtenfels zurück. 62 Punkte holte das Team von Trainer Alexander Grau in 32 Spielen. Und was noch mehr beeindruckt ist die Torausbeute. 84 Tore erzielten die FCL-Kicker, sogar zwei mehr als der Meister FC Coburg. Und mit nur 38 Gegentreffern stellte der Traditionsklub die viertbeste Abwehr der Bezirksliga Oberfranken West. Das ergibt das beste Torverhältnis der Liga.

Eine meisterliche Bilanz

In einigen Spielzeiten in der Vergangenheit wäre man mit einer solchen Bilanz Meister geworden. So stand am Ende für den FCL "nur" Platz 4 zu Buche. Hinter Meister Coburg (71 Punkte), lag der inzwischen aufgestiegene TSV Ebensfeld (65) und die SpVgg Ebing (64.), ehe Lichtenfels mit zwei Zählern Abstand folgt.
"Es ist besser gelaufen als gedacht", sagt FCL-Vorsitzender Thomas Neckermann, schließlich habe man vor der Saison zahlreiche Abgänge zu verkraften gehabt. Mit einem 7:0-Sieg über Niederfüllbach ist das FCL-Team furios in die Saison gestartet. Doch dann mussten die Fans sechs Spiele ohne Sieg (vier Unentschieden, zwei Niederlagen) warten, bis der zweite Erfolg zu verbuchen war.

Ebensfeld und Ebing verdient vorn

"Vor allem die Unentschieden in den Heimspielen gegen Ebern, Oberhaid und Ludwigsstadt haben uns viele Punkte gekostet, die zu einem besseren Abschneiden nötig gewesen wären", sagt Neckermann, der allerdings zugibt, dass Ebensfeld und Ebing am Ende verdient vor dem FCL gestanden seien. "Gegen diese beiden Teams haben wir von zwölf möglichen Punkten nur einen geholt. Hier fehlt unserer Mannschaft noch die nötige Cleverness."
Respekt zollt der FCL-Vorsitzende dem TSV Ebensfeld für dessen gelungenen Aufstieg. "Ob die Ebensfelder mit dem Aufstieg glücklich werden, muss man allerdings abwarten", sieht Neckermann doch Gefahren in der derbyarmen Landesliga.
In der kommenden Saison dürfte der FC Lichtenfels angesichts der Tatsache, dass mit Coburg und Ebensfeld die zwei besten Teams weg sind und mit Stegaurach bisher nur ein Team von oben kommt, zu den Favoriten zählen.

"Ein Platz unter den ersten Fünf sollte möglich sein."

"Wenn wir unser Ziel mit Klassenerhalt angeben würden, wäre das sicher untertrieben. Ein Platz unter den ersten Fünf sollte möglich sein. Ich sehe aber neben Ebing und Mönchröden noch ein paar andere Mannschaften, die oben mitspielen werden", prophezeit Neckermann.
Das sportliche Sagen wird weiterhin Alexander Grau als Trainer haben. Der 37-jährige Bauingenieur hat sich für die kommende Spielzeit noch Christian Goller als Co-Trainer und Spieler dazugeholt. Goller kommt - wie Innenverteidiger Martin Hellmuth - aus der "Konkursmasse” des FC Redwitz.

Alexander Grau mit Co-Trainer

"Die Entscheidung für einen Co-Trainer kam von Alex Grau selbst", betont Neckermann, der Grau als einen "Glückgriff für den Verein" bezeichnet. Die attraktive, weil offensive Spielweise habe auch viele Zuschauer ins Karl-Fleschutz-Stadion gelockt. "Es kommen Leute zu uns, die früher nicht da waren." Dass der Zuschauerzuspruch von gut 200 Besuchern pro Heimspiel vielleicht noch etwas besser wird, sollen auch die vielen Einheimischen Spielern sorgen. Mit Kevin Murmurachi, Stefan Fischer, Andreas Hempfling, Paul Bornschlegel und Jannik Panzer sollen fünf A-Junioren nächste Saison eingebaut werden. Dazu kommt der 18-jährige Stürmer Lukas Dietz von der JFG Kunstadt-Obermain.

Kader vergrößert

Mit Daniel Ruck, Rückkehrer vom TSV Buch, und Florian Roßbach vom SV Heilgersdorf stoßen zwei Torhüter zum Team. Damit verfügt die Bezirksliga-Mannschaft über einen größeren Kader als bisher, denn als Abgänge stehen bisher lediglich fest: Simon Glätzer, Johannes Kraus (beide unbekannt) und Lukas Riedel (Mitwitz). Markus Zrenner und Niklas Lulei werden wohl aus beruflichen Gründen pausieren, lassen aber ihren Pass beim FCL. Christian Sünkel, Trainer der zweiten Mannschaft, wird Co-Trainer bei der DJK Lichtenfels, die Gegner der FCL-Reserve in der Kreisklasse wird. Die "Zweite" wird als Trainer Heiko Konrad übernehmen, ein junger Trainer, der wegen einer Knieverletzung seine Karriere als Spieler aufgeben musste.
Die zweite Mannschaft soll in der mit der DJK und dem FV Mistelfeld attraktiven Kreisklasse vorne mitspielen, lautet die Vorgabe des Vorsitzenden Thomas Neckermann.