Aus, vorbei, die Saison ist vorüber. Mit dem 4:4 beim letztlich Drittplatzierten, dem TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf, beendet der SK Michelau die Schach-Spielzeit. Auf Platz 5 der höchsten oberfränkischen Liga steht der SK nach neun gespielten Runden. Somit sogar noch drei Plätze vor dem Schwesterverein aus Seubelsdorf.
Der hatte sich in einem denksportlichen Kraftakt sondergleichen mit vier Mannschaftssiegen in Folge vom letzten Platz auf eine Position, die nach oben wie nach unten alles offen ließ, gehievt. Die Anspannung vor dem Heimspiel in der letzten Runde war schon deshalb groß. Noch dazu fehlten gegen das ebenso konstant wie stark agierende Team des SV Neustadt bei Coburg berufsbedingt drei Stammspieler.
Ein Seubelsdorfer Sieg hätte eine theoretische Aufstiegsmöglichkeit bedeutet, da Spitzenreiter Nordhalben bereits signalisiert hatte, nach wie vor lieber in der Bezirksoberliga bleiben zu wollen. Auf dem Weg nach oben strauchelte Seubelsdorf nun aber mit einer 3,5:4,5-Niederlage in der Schlussrunde. Zusätzlich benachteiligt durch drei Spielabsagen anderer Vereine wird Seubelsdorf in dieser Saison letztlich Achter in einem Zehnerfeld, allerdings mit komfortablem Vorsprung vor den beiden Abstiegsplätzen.
Die gute Nachricht lautet daher: Seubelsdorf bleibt in der Liga. Die schlechte: Hatten die Seubelsdorfer schon in der vorherigen Spielzeit das Potenzial zu einem Aufstieg bewiesen, der ihnen nur aufgrund der inzwischen aufgelösten Spielgemeinschaft mit Michelau verwehrt blieb. Der nächsten Saison darf daher schon gespannt entgegengesehen werden.


TSV Kirchenlaibach-Speich. - SK Michelau 4:4

Ein aufreibendes Schlingern zwischen Sieg und Niederlage lieferten sich die Kirchenlaibacher mit den Michelauern. An Klaus Beier lag das nicht. Der Michelauer Spitzenspieler wurde von seinem Gegner Stefan Oschetzki bald nach der Eröffnung in eine Abtauschorgie gezwungen, die das Spiel zum Remis verflachen ließ. Beier konnte nichts dagegen haben, lag das Michelauer Team zu diesem Zeitpunkt doch wegen Nichtantretens eines Kirchenlaibacher Spielers mit 1:0 in Front.
Zudem sah es auch bei Markus Häggberg mehr als gut aus. In der Eröffnung überspielte er Jürgen Bodenschatz, nur um durch einen Blackout Material einzustellen und doch noch zu verlieren.
Nun sollte auch Edgar Schaller den Bogen überspannen und sich mit Markus Müller in einem reinen Bauernendspiel messen. Darin aber eroberte sich der König des Kirchenlaibachers entscheidende Einbruchsfelder, um an Bauernschwächen zu gelangen. Für einen Lichtblick sorgte aber Alfons Schüpferling, der seine Schwerfiguren nach und nach in die schwarze Stellung von Johannes Doleschal räumte und dort einen Bauern gewann. Jetzt drohte sogar ein Matt, weshalb der Kirchenlaibacher aufgab.
In einer Formkrise scheint Gert Grüner zu sein. Seine Verlustpartie gegen Zdenek Bartonicek legte den Verdacht nahe.
Dagegen zeigte sich Benjamin Zerr taktisch voll auf der Höhe. Sein Gegenüber Werner Malzer ließ sich mit ihm auf eine Schlagkombination ein, an der er letztlich zugrunde gehen sollte. Zerr gewann mit Übersicht und Raffinesse Material.
Nun willigte auch Andreas Schüpferling in ein Remis mit Stefan Koch ein, zumindest einen Mannschaftspunkt absichernd und kein Risiko mehr eingehend. MH


SV Seubeldorf - SV Neustadt 3,5:4,5

Die Neustadter zeigten sich zunächst ambitioniert: Mannschaftskapitän Christian Gebhardt zog auf der Suche nach Kompensation für einen Bauern zu oft mit der gleichen Figur und geriet dadurch rasch in ein tödliches Abzugsschach. Ganz so furios ging der Finalkampf jedoch nicht weiter. Uwe Voigt reagierte auf einen gekünstelten Weißaufbau ebenfalls verspielt. Das Gleichgewicht blieb somit gewahrt und die Partie endete Remis. Hartmut Schmidt verzeichnete zwar zeitweilig zwei Minusbauern, erreichte durch aktives Gegenspiel aber auch die Punkteteilung.
Hans-Jürgen Drechsel willigte ebenfalls in ein Remis ein, nachdem sich eine schwer durchschaubare Materialverteilung ergeben hatte. Genau eine solche Konstellation strebte Marko Hofmann an. Sein Königsangriff stieß jedoch auf eine elastische Abfangstellung, so dass auch hier Frieden geschlossen wurde. Den Anschlusstreffer erzielte Matthias Bergmann. Er beseitigte systematisch jeden Stein, der sich vor den gegnerischen König stellte, bis sein Angriff unwiderstehlich wurde.
Auch Spitzenspieler Jürgen Gegenfurtner mühte sich redlich darum, sein Team in Führung zu bringen. Er nahm Bauernschwächen für dynamisches Spiel in Kauf, landete aufgrund gelassener Konter aber in einem Endspiel, in dem er über ein Unentschieden nicht hinauskam.
Tobias Kolb geriet auf beiden Flügeln unter Druck und vermochte sich auch durch ein Qualitätsopfer nicht freizukämpfen. Vielmehr ebnete die Materialeinbuße den Weg für einen entscheidenden feindlichen Freibauern. uv