Stimmung, familiäres Flair, tolle Landschaft - dieser Mix, der den Obermain-Marathon mit heuer wieder rund 1600 Teilnehmern auszeichnet, zieht eben. Und das spricht sich in Läuferkreisen herum. "Da muss ich unbedingt einmal mitmachen", hatte sich wohl auch Eike Loch vom TV 1860 Fürth gedacht, ging heuer bei der elften Auflage der beliebten Laufsportveranstaltung im Marathon an den Start - und triumphierte prompt.
"Eine klasse Laufstrecke, und dass ich hier gewinnen konnte, ist natürlich das Sahnehäubchen", meinte der strahlende Sieger, der für die 42,195 Kilometer exakt 2:41 Std. benötigte.
Wie man den Obermain-Marathon gewinnt, wusste sein stärkster Verfolger, Felix Mayerhöfer, schließlich holte sich der Athlet der DJK Dasswang im Vorjahr die Marathonkrone. Auf den Punkt vorbereitet präsentierte sich der Oberpfälzer auch heuer, konnte das Tempo von Eike Loch aber nicht ganz mitgehen. Mit vier Minuten Rückstand kam Mayerhöfer als Zweiter ins Ziel. Ebenfalls über einen Podestplatz freute sich der Drittplatzierte Christian Jakob (SV Schwindegg).

Klare Sache bei den Frauen

Letztlich deutlich fiel die Entscheidung auch bei den Frauen aus. Strahlend lief Sandra Spörl von der FT Naila nach 3:20:50 Std. ins Ziel und bejubelte ihren ersten Sieg beim Obermain-Marathon. Dass dieser Erfolg kein Zufallsprodukt war, bewiesen ihre Platzierungen aus den Vorjahren. So stand Spörl im Halbmarathon bereits zweimal auf dem Podest, wurde hier 2013 Zweite und 2012 Dritte. Bei ihrer Marathon-Teilnahme in diesem Jahr hatte sie fast sechs Minuten Vorsprung auf Stefanie Lieb (Team Brose), die den Marathon 2011 gewonnen hatte. Wenige Sekunden hier Lieb kam Kathrin Angermüller von den Coburg Locals als Dritte ins Ziel.
Alle 268 Läuferinnen und Läufer, die selbst für trainierte Läufer äußerst anspruchsvolle Strecke mit drei kräftezehrenden Anstiegen hinauf nach Kloster Banz, Vierzehnheiligen und zum Staffelberg bewältigten, durften sich als Gewinner fühlen.

Anton Luber beeindruckt

Nicht zum ersten Mal absolvierte der blinde Anton Luber aus Nürnberg den Obermain-Marathon - und das obwohl er den am Tag zuvor gelaufenen Göltzschtal-Marathon in den Knochen hatte. "Dieser Doppeldecker ist als Vorbereitung für einen Ultra im Mai gedacht", meinte der beeindruckende 50-jährige, der unter großem Applaus an der Seite von Begleitläufer Stefan Dettenberger ins Ziel kam.
Den Hut ziehen muss man auch vor der Leistung der Teilnehmer der Halbmarathon-Distanz, die dem Körper ja auch einiges abverlangt. Über 1000 Teilnehmer gingen hier an den Start. Beim Ziel im Stadion und entlang der Strecke quittierten die zahlreichen Zuschauer die tollen Leistungen der Athleten. Sonderapplaus gab es für Landrat Christian Meißner, der nicht nur als Schirmherr fungierte, sondern auch selbst mit gutem Beispiel voranging und den Halbmarathon bestritt.

Finsel dem Sieger auf den Fersen

Diesmal gab es im Halbmarathon keine "One-Man-Show" wie im Vorjahr, als der gebürtige Äthiopier Mitku Seboka die Konkurrenz deklassierte. Patrick Weiler von der LAC Quelle Fürth und der für den TV Coburg laufende Schwürbitzer Alexander Finsel liefen schon früh dem Feld davon. Finsel blieb dem Mittelfranken bis zum Schluss auf den Fersen, doch für den Platz ganz oben auf dem Treppchen reichte es dann noch nicht. Mit 16 Sekunden Rückstand auf Weiler überquerte Finsel in 1:14:33 Std. als Zweiter die Ziellinie. Hauke Dutschak von den Lautertal Runners komplettierte als Dritter das Podium.

Haderlein eine Klasse für sich

Sandra Haderlein war beim Halbmarathon wie 2014 eine Klasse für sich. Nachdem die Kemmernerin im Vorjahr mit einem neuen Streckenrekord begeistert hatte, gab sie der Konkurrenz erneut das Nachsehen in 1:23:32 Std. Wie 2014 Zweite wurde Kerstin Steg (LAC Quelle Fürth).
Beim 11. Obermain-Marathon zeigte sich einmal mehr dessen Generationen verbindende Charakter. So nahm Sophia Franz, die als Vierte den Bronzerang knapp verfehlte, zusammen mit ihrem Vater Jochen am Halbmarathon teil.
Gemäß der Devise "wer rastet, der rostet" gingen auch viele jung gebliebene Senioren an den Start. Die älteste Marathonläuferin, die ins Ziel kam, war die 77-jährige Jutta Mader aus dem hessischen Okriftel. Den Vogel schoss Ludwig Amarell vom Guts-Muts-Rennsteiglaufverein ab. Er gab als Geburtsjahr 1935 an. "Im Winter fahre ich immer Ski, und im Sommer laufe ich halt gern", meinte er bescheiden, als wenn das mit 80 Jahren das normalste der Welt wäre.
Bewegungsfreude, Sportsgeist und Naturerlebnis verbanden auch die 250 Männer und Frauen, die als Nordic-Walker die 16 Kilometer lange Route durch die Wälder von Kloster Banz und die Mainauen liefen. Den Teilnehmern des 11. Obermain-Marathons sprach die 49-jährige Nordic-Walkerin Barbara Lilje aus dem Herzen, die im Gespräch mit Moderator Michael Cipura lobte: "Super Stimmung, tolle Organisation, es passt einfach alles."