Tiefenentspannt! Das dürfte wohl das passendste Adjektiv sein, um die Befindlichkeiten von ACL-Ringern,
-Verantwortlichen und -Fans am Samstagabend zu beschreiben. Der in dieser Höhe nicht erwartete 21:12-Sieg über den bis dato ebenfalls noch verlustpunktfreien Bayernliga-Konkurrenten TSC Mering hatte jedenfalls arg viel Souveränes.
Manchmal kann der Job als Ringertrainer ja richtig aufreibend sein. Da sieht man von außen jede kleine Schlampigkeit des eigenen Athleten, ruft oft aus Leibeskräften (und wird im Tohuwabu der Fangesänge ja doch nicht gehört), oder man möchte am liebsten mit auf die Matte und selbst Hand anlegen - was man ja nicht darf. Alles das musste der in vielen Ringerschlachten gestählte ACL-Trainer Ali Hadidi vorgestern nicht erleben. "Schaut gut aus", urteilte er bereits nach dem Abwiegen, um sich bei der 12:6-Führung nach der Hälfte der zehn Kämpfe gar auf ein "sehr gut" zu steigern. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt war der sichere Gesamterfolg nicht nur für Insider absehbar.


16:0 der Bundesligaerfahrenen

Das hatte zu einen damit zu tun, dass Geburtstagskind Christoph Meixner (96 kg, Freistil) seine vier Mannschaftspunkte schon auf der Waage einstrich, weil der nicht ganz optimal besetzte TSC ihm keinen Gegner stellte; zum anderen aber auch damit, dass die vier Ex-Bundesligakräfte des ACL diesmal ihre Punktelieferungen "wie bestellt" darboten und dabei das Kunststück fertigbrachten, jeweils identische und vorzeitige 16:0-Punktsiege zu erzielen.
Spektakel wurde dabei großgeschrieben, egal ob der Kampf nur gut 70 Sekunden dauerte wie bei Tobias Schütz'"Durchdreher-Festival" gegen Korbinian Krupna (86 kg, gr.) oder fast die vollen sechs Minuten beanspruchte wie bei Krum Chuchorov (66 kg, Fr.), der sich mit dem zähen Lukas Grundler richtig plagen musste.


Venkov punktet mit Kopfklammer

Venelin Venkov (61 kg, gr.) nutzte ein Kopfklammer zu gleich zehn Wertungspunkten gegen Oliver Tanzyna, und Rumen Savchev wollte in der angestammten 66-Kilo-griechisch-Kategorie mit aller Macht seinen ersten Saisonsieg und zermürbte Nico Winter förmlich.
Aber auch die unterlegenen ACler ernteten wie gewohnt Applaus für ihren Einsatz: Der junge und recht leichte Mario Petrov (57 kg, Fr.) musste bei seiner Schulterniederlage gegen Benedikt Rieger zwar Lehrgeld bezahlen und gab ebenso wie Routinier Rainer Weinberger (86 kg, Fr., 4:19 gegen Radoslaw Siejak) einen "Vierer" ab. Respekt aber, dass sich Letzterer in Anbetracht personeller Probleme in diesem Limit zur Verfügung stellte, in wenigen Tagen fünf Kilo Gewicht "abkochte" und wie in früheren Jahren durchaus andeutete, welch brandgefährlicher Ringer er sein kann.
Auch die Leistungen von Sebastian Reuther (130 kg, gr.) beim 0:5 gegen den kompakten Zsolt Dajka und von Christian Lurz (75 kg, gr.), der Niklas Guha mit 4:7 unterlag, konnten als ordentlich eingestuft werden.
Einen Höhepunkt setzte indes der jüngere Lurz-Bruder, Johannes, gegen den Altmeister Markus Daferner. Mit einer geradezu brachialen Kopfklammer verwandelte er 15 Sekunden vor Schluss eines bis dato von der Taktik geprägten Gefechts seinen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg und durfte sich zu Recht sein "Das war Spitze!" von den ACL-Fans abholen.


Gruppenliga


AC Lichtenfels II - SC Oberölsbach 19:29

"Gegen die alten Haudegen war nichts zu machen!" So das treffende Fazit von Mannschaftsführer Roland Hopf zur ersten und deutlichen Saisonniederlage seiner Jungs. Nicht zu schlagen waren auf Gästeseite nämlich insbesondere die beiden routinierten Geitner-Brüder in den schweren Klassen, während beim ACL II nur Marius Geuß mit zwei Schultersiegen und Niklas Zillig mit einem 18:10-Punktsieg erfolgreich blieben.