Vorne nichts los und hinten desaströs. So lässt sich die Leistung der ersten Mannschaft der SG Michelau/Seubelsdorf bei ihrer Vorstellung in Bamberg zusammenfassen. Mit der 4,5:6,5-Niederlage sind die SGler dem Abstieg aus der Schach-Bezirksoberliga ein Stückchen näher gerückt. Ausgerechnet gegen die Schächer vom Obermain präsentierte sich die bis dahin auf einem Abstiegsrang befindliche "Zweite" des SC 1868 Bamberg in guter Besetzung und Form. Allerdings profitierte Bamberg in der aus SG-Sicht rabenschwarzen Begegnung auch vom Entgegenkommen der Mannen um Mannschaftsführer Klaus Beier.

Bezirksoberliga


SC Bamberg II - SG Michelau/Seubelsd. 6,5:4,5

Den Anfang vom Ende läutete die Partie von Andreas Schüpferling ein. Der Michelauer Routinier unterlag in einer Kurzpartie dem Bamberger Pablo Wolf dadurch, dass er seinen eigenen Läufer vom Geschehen abschnitt und Wolfs Dame vernichtend dem König nähern ließ. Ähnlich arg kam es auch für Bernd Stammberger, der noch im Figurenendspiel gute Gewinnaussichten hatte, sich seine Bauernkette aber von Reinhard Bucka zersplittern ließ und letztlich mit einem Minusbauern in trostloser Stellung verblieb.
Zu diesem Zeitpunkt nahm die Partie von Markus Häggberg schon einen unglücklichen Ausgang. Nach 13 Zügen klar vorteilhaft stehend, ließ sich der SGler gegen Horst Pfleger zu einem spekulativen Bauernopfer hinreißen, wodurch er in der Folge Haus und Hof verlor.
Weniger ausgekämpfte Stellungen gab es auch. So boten die Partien von Gert Grüner gegen Michael Spiegel und die von Edgar Schaller gegen Michael Rusch Möglichkeiten, wegen der Favoritenstellung der Seubelsdorfer, zu punkten. Aber den SClern gelang es auch durch geschickte Materialabtäusche, die Luft aus der Stellung zu nehmen und Grüner und Schaller ins Remis zu zwingen.
Dass Alfons Schüpferlings Stellung zugrunde ging, lag auch daran, dass er in einer etwas gekünstelten Eröffnung gegen Erwin Ortlauf einen Bauern verlor. Dann aber bot sich dem Seubelsdorfer die Möglichkeit, Linien zu öffnen. Diese ließ er aber verstreichen und geriet in Agonie. Desgleichen widerfuhr Benjamin Zerr gegen Arno Lembke. Irgendwo im Mittelspiel stellte er die Qualität ein und quälte sich bis zum 41. Zug.
Dass er gegen die solide Festung von Christoph Saring nicht ankommen würde, musste auch der SG-Spitzenspieler Klaus Beier erfahren. Zwar stellte er allerlei Bemühungen an, wurde aber zurückgeworfen, während des Gegners Stellung sich konsolidierte. Am Ende gingen die beiden Top-Spieler - auch angesichts des allgemeinen Punktestandes - ein Remis ein. MH

Bezirksliga West


SG Michelau/Seubelsdorf II - SC Höchstadt II 6,5:1,5

Ein Aufsteiger im Abstiegskampf ist nicht zu unterschätzen. Daher war beim Auswärtsspiel der SG Michelau/Seubelsdorf II gegen den SC Höchstadt II höchste Konzentration angesagt - und machte sich auch bezahlt. Nach dem 6,5:1,5-Erfolg trennt die SG nur noch ein Punkt von der Tabellenspitze, da Sonneberg und Hallstadt jeweils nicht über ein 4:4 hinauskamen.
Die junge Seubelsdorfer Garde gab mit scharfem Opferspiel die Marschrichtung vor: Marko Hofmann unterband jegliches Gegenspiel und brachte bereits im 18. Zug einen König zur Strecke, dessen Untertanen noch auf der Grundreihe festsaßen. Christian Gebhardt zwang seinen Gegner zu riskanten Manövern, die ihn chancenlos mit einer Minusfigur im Endspiel stranden ließen.
Dass auch ruhiges Vorgehen siegbringend sein kann, demonstrierten Spitzenspieler Michal Michalek sowie Ivan Adamovic: Beide baute langsam, aber konsequent Drohungen am Königsflügel auf, Michalek mit Figurendruck, Adamovic mit einer imposanten Bauernkette. Dies führte jeweils zu entscheidendem Materialgewinn.
Hans-Jürgen Drechsel schien ebenfalls Schwächen der feindlichen Königsstellung ausnutzen zu können. Energische Gegenzüge erzwangen jedoch die Punkteteilung. Über ein Remis kam auch Uwe Voigt nicht hinaus, da seine aus beengter Stellung heraus errungene Initiative wieder abebbte. Friedlich endete gleichfalls der Versuch, eine Lücke in der gegnerischen Bauernstruktur zu verwerten, weil Matthias Bergmann dabei Positionsnachteile in Kauf nehmen musste.
Zum Abschluss eroberte Mannschaftsführer Kilian Mager zwei Zentralbauern gegen einen planlosen Gegner, was diesen so aus der Fassung brachte, dass er noch einen Turm und den ganzen Punkt hinterherschickte. uv