Vor einer im Frauenfußball in der Region selten vorgefundenen Kulisse von 250 Zuschauern haben im Bezirkspokkalfinal die Frauen des SV Frensdorf in einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie den FC Michelau bewzungen. Die Frensdorferinnen behielten im Elfmeterschießen mit 6:4 die Oberhand und behielt den von Bürgermeister Jakobus Kötzner gestifteten Pokal am Failsberg. Zudem qualifizierte sich der SV Frensdorf für den Verbandspokal.
Im Duell der beiden Bezirksoberligisten fanden die Michelauerinnen besser in die Partie und spielten - angetrieben von den mitgereisten Fans - mit viel Ballbesitz munter nach vorne. Zwar testete die Heimelf Michelaus Torfrau Melanie Imhof in den ersten 20 Minuten dreimal, jedoch waren die Gäste effektiver.

Melanie Stettner

Die schön in Szene gesetzte Jennifer Schmitt legte in Minute 25 überlegt auf die mitgelaufene Melanie Stettner auf, die mit all ihrer Routine zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 0:1 einnetzte.
Die Gastgeberinnen waren allerdings keinesfalls geschockt und spielten angetrieben von der nimmermüden Kerstin Gotthardt und der ein ums andere Mal mit Szenenapplaus bedachten Stephanie Daun nun druckvoller nach vorne. Der Ausgleich sollte jedoch noch nicht gelingen.

Frensdorf dominiert Hälfte 2

In die zweite Hälfte starteten die SVFlerinnen dann zwingender und zeigten ihren Fans, darunter auch das eine Stunde zuvor gekürte Frensdorfer Männerteam in der Kreisklasse 3, dass sie den Pokal am Failsberg behalten wollten. Kerstin Gotthardt zog in der 57. Min. von der Strafraumgrenze ab und der Ball senkte sich unter die Latte ins Gästetor zum 1:1-Ausgleich.
Danach spielte eigentlich nur doch die Heimelf. Doch beste Gelegenheiten durch Andrea Kleylein und Tanja Zillig zur Vorentscheidung blieben ungenutzt. Einen Lattenkracher von Daun sahen viele schon im Tor. Die Michelauerinnen kamen nur noch dreimal gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Haderlein hatte hierbei die größte Möglichkeit, als sie bei einem Konter allein aufs SV-Gehäuse zulief, ihr aber im Abschluss die Nerven versagten. So stand es nach spannenden Schlussminuten 1:1.

Nur Jasmin Hagel trifft nicht

Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Ein verschossener "Elfer" durch die Michelauerin Jasmin Hagel genügte den fünfmal vom Punkt erfolgreichen Frensdorferinnen dabei, um auf Grund der starken zweiten Halbzeit verdientermaßen den Pokal in Empfang nehmen zu dürfen. Dass auch noch, die nach dieser Saison kürzer tretende Andrea Kleylein den entscheidenden fünften Schuss verwandelte, hätte man in keinem Drehbuch besser schreiben können.
"Es war das vorhergesagte Herzschlagfinale und Michelau der erwartet schwere Gegner. Aufgrund der Chancenanzahl sind wir als der klare, verdiente Sieger hervorgegangen", sagte der Frensdorfer Trainer Markus Spielberger. Sein Gegenüber, Uwe Stammberger sah dies genauso: "Die bessere Mannschaft hat gewonnen, sie hatten die besseren Chancen. Wir haben versucht alles zu geben und gekämpft. Die Zuschauer haben ein interessantes Spiel gesehen. Im Elfmeterschießen zu verlieren ist immer tragisch, aber einer muss halt daneben schießen."

Dreifacher Grund zum Feiern in Frensdorf

Beide Mannschaften bekamen aus den Händen des Bezirks-Frauen- und Mädchenausschussvorsitzenden Sabine Bucher Medaillen und einen Scheck im Wert von 100 bzw. 200 Euro. Frensdorfs Bürgermeister Jakobus Kötzner überreichte SVF Spielführerin Tanja Zillig den Pokal.
Mit dem Aufstieg der Frauen in die Landesliga, dem der Herren in die Kreisliga und dem Pokalsieg nun gab es am Failsberg kein Halten mehr. So war es auch keine Überraschung, dass bis in die frühen Morgenstunden das Licht im Sportheim nicht verlosch.

Die Statistik

SV Frensdorf - FC Michelau n. E. 6:4
SR: Friedrich Linz (Pettstadt)
Zuschauer: 250
Tore: 0:1 Melanie Stettner (25, 1:1 Kerstin Gotthardt (57.)

Elfmeterschießen: 2:1 Kerstin Gotthardt, 2:2 Carolin Hagel, 3:2 Stephanie Daun, Jasmin Hagel verschießt, 4:2 Tanja Zillig, 4:3 Lisa Schütz, 5:3 Elena Wicht, 5:4 Anna-Lena Haderlein, 6:4 Andrea Kleylein