Ganze neun Jahre lang musste Deutschland auf einen WM-Titel im Jugendschach warten.


Tolles Ambiente

Ebenso weltmeisterlich präsentierte sich die Austragungsstätte im Grand Resort Porto Carras auf dem Sithonia-Finger der Halbinsel Chalkidiki im griechischen Zentralmakedonien. Nahezu perfekte Spiel- und Rahmenbedingungen direkt am ägäischen Meer inmitten der weitläufigen Palmen- und Poolanlage sorgten für das nötige Wohlbefinden der 1596 Kinder und den Betreuern aus 91 Länder - von der ausgezeichneten lokalen Küche und einem Bilderbuchwetter ganz zu schweigen.


110 Konkurrentinnen

In Wiemanns Altersklasse U10 der Mädchen hatten sich 111 Teilnehmerinnen aus 57 Nationen qualifiziert. Davon hatten insgesamt 71 eine FIDE-Wertungszahl (ELO) und somit eine gewisse Einstufung der Spielleistung vorweisen können. Wohlwissend, dass die Aussagekraft dieses Wertes in den jüngeren Altersklassen mit kleineren Abstrichen zu betrachten ist, saßen noch 40 "unbekannte" Spielerinnen an den Brettern, sodass manche Überraschung programmiert war.


Zwei Siege und fünf Remisen

Mit insgesamt 4,5 WM-Punkten aus elf Partien platzierte sich die Oberfränkin auf Rang 84. Neben zwei Siegen hielt sie in fünf weiteren Partien den gegnerischen Angriffen stand und sicherte sich wertvolle halbe Wertungen. "Die kleinste Unschärfe beziehungsweise der kleinste Fehler wird auf diesem Niveau im Kreis der Besten gnadenlos bestraft und kann in der Regel nicht mehr korrigiert werden", erkannte der mitgereiste Vater und Betreuer Klaus Wiemann. "Das gilt natürlich für beide Spielerinnen", fügte er an.
Leider wurden seitens des Veranstalters die gespielten Partien nicht elektronisch erfasst, womit alle "unbekannten" Gegnerinnen einen nicht unerheblichen Vorteil bei den Vorbereitungen hatten, weil auf der anderen Seite diese Aufgabe für Vanessas Trainer, den Internationalen Meister Alexander Maier, erschwert wurde.
Insgesamt war die gesamte WM für Vanessa Wiemann ein tolles Erlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird und als weiterer Ansporn für die Zukunft dienen wird.
Nicht zuletzt aufgrund der stets steigenden Teilnehmerzahl wird die Jugend-WM ab 2016 mit je drei Altersklassen zeitlich und örtlich geteilt. Die Altersklassen U8 bis U12 werden in Batumi (Georgien) und die Altersklassen U14 bis U18 im russischen Chanty-Mansijsk spielen. cv