Das Ringerglück läuft ihnen momentan nun wirklich nicht nach, den Kämpfern des AC Lichtenfels. Sie schaffen es aber auch nicht, es zu erzwingen. Gestern Nachmittag beim direkten Konkurrenten im Kampf um Platz 5, dem KSV Mansfelder Land, gab es mit einem 11:14 die vierte Niederlage in Folge in der Ringer-Bundesliga Nord. Die hatte man sich auch ein wenig selbst zuzuschreiben, denn zu oft gingen Duelle trotz guter Chancen letztlich an die Gastgeber.

Leon Raps startet furios

Den geringsten Vorwurf durfte man dabei dem Jüngsten im Team, Leon Raps (57 kg, griechisch), machen. Der legte stil-artfremd nämlich los wie die Feuerwehr und lag nach zwei Vierern nach der ersten Runde sogar mit 11:7 vorne. Nach gut vier Minuten musste er seiner Jugend aber doch Tribut zollen und wurde von dem deutlich älteren Dawid Szkodzinski noch geschultert.
Zwei erfreulich klare griechisch-römisch-Siege holten dagegen Mateusz Filipczak (130 kg, 13:0 gegen Toni Bernhardt) und Rumen Savchev (66 kg, 8:0 gegen Dennis Nowka).

Niederlagen von Fridrikas und Chuchurov nicht eingeplant

Die beiden Freistilduelle in der 98- bzw. 61-Kilo-Klasse indes hätten die Lichtenfelser für sich entscheiden müssen, um in der Endabrechnung vorne zu bleiben. Dem "Halbschweren" Romas Fridrikas wurde jedoch ein abgefangener Überwurf gegen den KAV-Oldie Olrik Meißner zum Verhängnis. Den daraus resultierenden 0:4-Rückstand konnte er nur noch auf 2:4 verkürzen. Und Krum Chuchurov hielt gegen den mehrfachen deutschen Meister Emanuel Krause zwar wirklich solide mit, doch fehlte auch ihm das letzte Quäntchen Entschlossenheit, sodass auch hier der Einheimische mit 4:3 Punkten knapp vorne blieb.

Gleichstand zur Pause

Obwohl es damit zu einem 6:6-Gleichstand bei Halbzeit kam, war der Tag fast schon entschieden, denn zu klar waren die Favoritenrollen in den zweiten fünf Kämpfen verteilt, die denn auch den erwarteten Verlauf nahmen.
ACL-Ersatzmann Niklas Bauer (66 kg, Fr.) war bei seinem 0:16 gegen Krzysztof Bienkowski chancenlos und auch Serghei Shishkov (75 kg, Fr.) hatte gegen den wahrscheinlich besten Ringer der Gewichtsklasse, Magomedmurad Gadzhiev, beim 0:10 wenig auszurichten.
Patryk Dublinowski (86 kg, Fr.) lieferte seinem Landsmann Zbigniew Baranowski zwar einen relativ ebenbürtigen Fight, musste sich aber ebenso, wenn auch knapp, mit 0:2 geschlagen geben.

Belenyuk fertigt Jänicke ab

Da half es wenig, dass Europameister Zhan Belenyuk (86 kg, gr.) für den ACL fast eine Kopie seines Schultersiegs aus der Vorrunde gegen den mehrfachen deutschen Meister Fabian Jänicke anfertigte und dass auch ACL-Talent Hannes Wagner (75 kg, gr.) erneut mit 1:0 über Jacek Tomaszewski triumphierte. Der KAV nahm letztlich Revanche für das hauchdünne 13:14 aus der Hinrunde.