Die Versorgung der Dörfer mit schnellen Internetverbindungen, die Anbindung des Kreises Lichtenfels an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), die barrierefreien Zugänge zu den Bahnhöfen und die Probleme, die durch den Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen Hallstadt und Ebensfeld zur ICE-Trasse entstehen, waren die Themen, die am Freitagnachmittag im Landratsamt angesprochen wurden. Der seit vergangener Woche vereidigte Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Thomas Silberhorn (CSU), war zu einer Stippvisite nach Lichtenfels gekommen, um sich über den Landkreis zu informieren und sich ins Goldene Buch einzutragen.

Landrat Christian Meißner (CSU) musste Silberhorn den Kreis Lichtenfels nicht groß vorstellen, weil der Staatssekretär, der im Kreis Bamberg lebt, sich am Obermain gut auskennt. Meißner skizzierte die wichtigsten Themen. Er bat Silberhorn um Unterstützung beim Vorhaben, dem VGN beizutreten und und bei der Linderung der Auswirkungen, die der Bau der ICE-Trasse auf die Region am Obermain haben werde: "Man kann nur etwas erreichen, wenn man gemeinsam etwas tut."

Silberhorn sagte, er trete dafür ein, die Region in Berlin gut zu vertreten. Wichtig sei ihm, dass die einzelnen Faktoren der Daseinsvorsorge weiter von der öffentlichen Hand bestimmt werden. Dazu zählte er das Gesundheitswesen ebenso wie die Trinkwasserversorgung. Dem Breitbandausbau gelte sein besonderes Augemerk: "Wir werden das mit großem Engagement massiv vorantreiben." Die flächendeckende Versorgung in hoher Qualität könne nur erreicht werden, wenn dies in Verantwortung der öffentlichen Hand geschehe.

Der Landrat wies auf den für Lichtenfels schmerzlichen Wegfall des ICE-Haltes hin. "Über einen Tagesrand-Halt des ICE in Lichtenfels sollte noch einmal nachgedacht werden", sagte er, denn der längste Eisenbahntunnel auf bayerischer Seite der ICE-Neubaustrecke sei kein Alleinstellungsmerkmal, das den Verlust des ICE-Haltes wett mache.

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) ging auf die von der Bahn angekündigte 34-wöchige Sperrung der Eisenbahnstrecke zwischen Bamberg und Bad Staffelstein ein, die wegen des Ausbaus zur ICE-Trasse erforderlich wird. Diesbezüglich habe sie bereits mehrere Gespräche mit leitenden Bahn-Managern geführt. Es sei sicherzustellen, dass der Schienenersatzverkehr in dieser Zeit einwandfrei funktioniere und die Menschen aus Ebensfeld, Zapfendorf und den anderen betroffenen Orten problemlos befördert werden.

Die Abgeordnete machte zudem deutlich, dass der barrierefreie Zugang zu den Bahnhöfen nicht außer Acht gelassen werden dürfe. Hierbei gelte es, die Interessen der Gemeinden an der Stecke zu bündeln.

Die Bahn, antwortete Silberhorn, sei hierbei zurückhaltend, weil sie nicht nur die Investitionskosten sehe, sondern auch Unterhaltskosten und Schäden durch Vandalismus. Der Bau der ICE-Trasse sei jedoch für die Gemeinden an der Strecke ein Jahrhundertprojekt. Was jetzt nicht gebaut werde, sei später schwer nachzuholen.