Von der einen Seite ist die Scheune frisch gestrichen, herausgeputzt und ein Vorzeige-Objekt. Auf der anderen Seite liegen Holzteile, Spanplatten und - ganz hinten - hinter vielen Werkzeugen versteckt, wartet ein Storchennest auf seinen Einsatz.

Der Ort für das Storchennest ist fachmännisch ausgewählt worden: "Es kommt auf das Dach einer Scheune eines jungen Paares, das bald heiratet", sagt Oliver Hofmann vom Gartenbauverein in Schönbrunn, "wir wollen etwas gegen den demographischen Wandel tun und hoffen, dass der Storch bald kommt." Die Stimmung unter den Gartenbauern ist gut, und sie witzeln gemeinsam über den Storch, der hoffentlich schneller kommt als in Hochstadt. "Die Hochstadter haben 15 Jahre gewartet, bis ein Storch kam", sagt Jürgen Lind. Er hat einen großen Teil der handwerklichen Arbeit am Storchennest ausgeführt.

Idee beim Backhausfest

Die Idee, so Oliver Hofmann, sei eine Schnapsidee am Backhausfest gewesen. "Dabei hatten wir gar nicht viel Schnaps getrunken", sagt er lachend und berichtet, dass das neue Vorstandsteam des Gartenbauvereins sich vorgenommen habe, jedes Jahr ein Projekt zu machen. In diesem Jahr ist es das Storchennest.

Rund zehn Arbeitsstunden stecken in dem Nest. Zuerst mussten von einem Zimmermann Bretter für den Unterbau besorgt, gehobelt und zusammengeschraubt werden. Dann wurden Besenstile auseinandergesägt und als Grundgerüst angebracht. Erst danach begann das wirkliche Flechtwerk für das Nest. "Anleitungen für ein Nest findet man im Internet, wir haben aber eine Anleitung vom LBV bekommen", sagt Jürgen Lind. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) sei in der Vorbereitungsphase allgemein sehr eingebunden gewesen.

Zum Beispiel gab der LBV Tipps, wo das Nest platziert werden könnte. "Nahrung muss in der Umgebung zu finden und eine Einflugschneise gegeben sein", sagt Jürgen Lind. Außerdem dürfen keine Stromlinien in der Umgebung sein. Da es bei der ausgesuchten Scheune seit letztem Jahr Bodenverkabelungen gibt und Feuchtwiesen im nahen Umfeld sind, sind die Bedingungen gut.

Immer mal wieder Störche da

"In den vergangenen Jahren waren schon immer Mal wieder Störche auf der Durchreise hier in Schönbrunn zwischengelandet", sagt Oliver Hofmann und hofft deshalb, dass die Schönbrunner nicht lange auf ihren Storch warten müssen.

"Es wäre ganz klar ein Erfolg, wenn dieses Jahr schon einer im Nest sitzt", sagt Jürgen Lind und berichtet von einem kleinen Trick, den sie anwenden wollen: "Wenn das Nest am Samstag oben ist, wollen wir es mit weißer Kalkfarbe so aussehen lassen, als hätte schon einmal ein Storch darin genistet. Das macht es anziehender für vorbeifliegende Störche."