Rund 450 Fahrzeuge waren am Sonntag beim Oldtimertreffen nahe der Siedlung zu bestaunen. Damit hatte Reinhard Derra, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Bad Staffelstein, wirklich nicht gerechnet. Die Anmeldezettel waren ausgegangen, Parkplätze für die historischen Fahrzeuge schnell belegt. Besucher mussten ein ordentliches Stück laufen, am Weißwurststand und bei der Getränke-Ausgabe gab es lange Schlangen. Doch das störte niemanden.

Was da aus den fränkischen Scheunen rausgekramt worden war, war eine Augenweide. Andreas Porzner aus Zapfendorf hatte einen Deutz Verdampfermotor dabei. Ursprünglich war dieser Standmotor in einem Steinbruch in Wertheim/Unterfranken eingesetzt worden. Dort hatte er vollbeladene Loren den Berg hochgezogen. Andreas Porzner ist fasziniert: "Man kann hier noch die Technik verfolgen, schauen, wie genau der Motor läuft." 2005 hatte er ihn erworben. 11 PS bei 1500 Umdrehungen pro Minute leistet der Deutz. Mittlerweile ist er 80 Jahre alt, "und läuft wie ein Jungspund", wie sein Eigentümer findet. "Das ist deutsche Wertarbeit."

Unterschiedlichste Modelle

Walter Lehnert hatte ein Motorpferd, Baujahr 1924, von den Motorenwerken Mannheim auf seinen Magirus-Deutz-Laster aufgeladen. Oldtimer zieht Oldtimer also. Umringt von vielen Schaulustigen setzte er sein qualmendes Ackergerät Schritt für Schritt ganz vorsichtig von der Ladefläche des Lasters auf die Wiese, drehte einige Runden.

Inmitten der Schlepper fanden sich Pkw, chromblitzend in der heißen Sonne, strahlend poliert, in vielen Farben und Ausführungen. Von BMW und Mercedes waren die unterschiedlichsten Modelle zu bewundern, die Kennzeichen verrieten, dass ihre Besitzer aus ganz Franken und Thüringen angereist waren. Cabrios, Ford Capri, VW Käfer und die "Königin" von Citroen. Gern nahm die amtierende Thermenkönigin Michelle Platz auf dem roten Porsche-Bulldog von Reinhard Derra.

"Achtung, die Motoren bitte vorglühen, wir starten in fünf Minuten. Die Sitze braucht Ihr heute nicht anzuwärmen", kündigte Walter Mackert von den Oldtimerfreunden die erste der beiden Ausfahrten an - eine Kürzere für die langsameren Fahrzeuge und Traktoren, eine längere für die Autos.

"Wir haben kein reines Traktorentreffen", bekräftigte Reinhard Derra, "jeder ist willkommen, der ein historisches Fahrzeug hat."