Der Beschluss war eigentlich nur noch Formsache. In der kommenden Woche, am Dienstag, sollte die Bauleitplanung für ein Verkaufs- und Schulungsgebäude der Bäckerei Schedel in Unterneuses auf den Weg gebracht werden. Alle formellen Hürden hatte man überwunden. Das Projekt war in Unterneuses vor allem wegen der Gestaltung umstritten. Als der Gemeinderat den Bebauungsplan in seiner Jahresabschlusssitzung am 18. Dezember mit einer Mehrheit von 16:4 Stimmen verabschiedete, saßen im Saal viele Bürger aus Unterneuses, die sich mit dem geplanten turmartigen Anbau mit knapp 18 Meter Höhe nicht anfreunden wollten, 21 Stellungnahmen waren gegen den Plan eingegangen.

Doch letztlich brachte nicht der Widerstand der Dorfeinwohner den Plan zu Fall. Anfang der Woche meldete sich die Firma telefonisch in der Gemeinde, um kurz vor dem Zieleinlauf die Bremse zu ziehen: Schedel wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht bauen, ließ man die Gemeinde wissen, wenig später folgte die kurze schriftliche Bestätigung, unterschrieben von Firmenchef Siegfried Schedel.

Bürgermeister Bernhard Storath verkündete das am Dienstag in der Bauausschusssitzung unter "Sonstiges". In der Gemeinderatssitzung wird das wohl nochmal kurz ein Thema sein. Doch viel zu sagen gibt es nicht mehr, außer dass man sich viel Arbeit gemacht hat, und das ohne Ergebnis. Kleiner Trost: Zumindest sind für die Gemeinde Ebensfeld keine externen Kosten angefallen, die Gebühren für die Vorplanung des Geländes hatte die Firma Schedel zu tragen. Die Rechnung für das Planungsbüro in Bamberg dürfte sich bei einigen tausend Euro bewegen. Schedel ist auch nicht als Besitzer des Grundstückes eingetragen.

Das Projekt hatte sich lange hingezogen. Eine erste Anfrage kam im Juli 2011 an den Bauausschuss, zwei Wochen später erörterte der Gemeinderat das Vorhaben, schließlich wurde der Turm etwa um 1,5 Meter kleiner gemacht und alles mit dem Architekten Alfred Hitzler besprochen - quasi ein Bebauungsplan um das Vorhaben herum überlegt - und abgestimmt.