Es gibt Tage, da sieht man hier vor allem Sonnenschirme, Strandtücher, Luftmatratzen und viele, viele Menschen. Am Pfingstwochenende etwa, bei über 30 Grad, war die Hölle los. Geschätzte 2000 Badegäste sollen es gewesen sein.

Da hat Christine Seibold alle Hände voll zu tun. Die Staffelsteinerin betreibt Kiosk und Café am Rud ufersee, und das schon seit zehn Jahren. Das witterungsabhängige Saisongeschäft kennt sie bestens. "Man muss gut organisiert sein", sagt sie und freut sich über viele Stammgäste, die auch von umliegenden Landkreisen oder noch weiter weg hierher kommen, wie es auch die Autokennzeichen verraten. Mit Leib und Seele ist Christine Seibold "Seewirtin", probiert im Angebot zwischen Latte Macchiato, Apfelkuchen und Weizenbier auch mal Neues aus und stellt fest, dass das bei den Besuchern ankommt.

Rund 150 finden an den Tischen unter den Sonnenschirmen vor der Bretterbude Platz. Eine aufwendigere Ausstattung wäre ein Wagnis, das sie nicht eingeht, weil der Badesee in einer von Hochwassern regelmäßig heimgesuchten Zone liegt. Mitte September wird das Gelände geräumt, doch auch während der Saison flutete schon Wasser den Kiosk. Die gute Laune ließ sich Christine Seibold davon nicht vermiesen, postete wenige Tage später vergangenen Juni im Internet auf ihrer Facebook-Seite: "Mein Kiosk ist fast wieder wie neu, das Wasser geht langsam zurück, das Wochenende kann kommen."

An heißen Tagen ist sie von morgens um 7 Uhr bis spätabends am See. An den Feuerstellen kann man ein Lagerfeuer machen und auch bei Mondschein schwimmen gehen. "Nachts um 12 Uhr ist es am schönsten", findet Christine Seibold.

Wenn die Sonne untergeht, lichten sich die Reihen im Biergarten, werden auf der Liegewiese die letzten Strandlaken zusammengerollt, die Tretboote haben ihren Platz am Ufer längst eingenommen. Einige wenige kommen aber erst zu dieser Zeit, weil sie eben dieses besondere, durchaus romantische Flair schätzen. Und selbst wer zu dieser späten Stunde noch die Toiletten aufsucht, braucht nicht die Nase zu rümpfen. Es wird dort sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt. Die Gemeinde kümmert sich um Reinigung und Pflege des gesamten Geländes. Schon am frühen Morgen macht ein Mitarbeiter des Bauhofes den ersten Rundgang, mehrmals täglich schaut er nach dem Rechten.

Um den Strandbereich vor einer Verunreinigung durch Gänse zu schützen - ein Problem an vielen Seen - wurde jüngst ein Weidezaun angeschafft, der flexibel ins Wasser gesteckt werden kann. Die Beliebtheit des Sees mit 33 000 Badegästen in der letzten Saison rechtfertigt die Investitionen. Durch die Einnahmen aus den Park- und Zeltplatzgebühren geht die Rechnung nach Angaben aus dem Rathaus für die Gemeinde "Null auf Null" auf.



Was wird am Rudufersee geboten?

Baden Saison ist üblicherweise von Mai bis Mitte September, heuer war schon am 14. April Start. Während dieser Zeit gibt es an den Wochenenden, in der Regel von 13 bis 17 Uhr (wenn die Fahne gehisst ist), einen Wachdienst der Wasserwacht, die eine Station am See hat. In Sichtweite zu diesem Haus ist man dann am sichersten. Die Wasserfläche ist zirka 17 Hektar groß, es gibt einen Nichtschwimmerbereich. Der See ist an der tiefsten Stelle sechs Meter tief und hat keinen direkten Zufluss zum Main.

Strand etwa einen Kilometer lang, Sandbereich und Wiese mit natürlicher Gestaltung; Hundeverbot

Infrastruktur Duschen (Kaltwasser), Toiletten (auch eine behindertengerechte); Mülltrennungssystem; Fahrradständer

Kiosk-Café geöffnet bei gutem Wetter mit Terrasse/Biergarten; Getränke, kleine Speisen, Kaffee, Kuchen. Erreichbar unter der Telefonnummer 0170/4439300

Zelten sechs Zeltplätze um fünf Feuerstellen, 20 bis 35 Euro für zwei bis maximal 14 Tage; Wohnmobil-Standplätze (alles über die Gemeindeverwaltung unter der Telefonnummer 09571/970716 oder hier.
Stromanschlüsse sind für die Übernachtenden nicht verfügbar, es handelt sich ja auch nicht um einen Campingplatz. Die Nutzer schätzen gerade die Ursprünglichkeit.

Naturerlebnisweg zwei Kilometer lang mit 13 Stationen, die über die Natur- und Kulturlandschaft in der Mainaue informieren.

Eintritt frei; Parkgebühr zwei Stunden ein Euro, ganzer Tag drei Euro (Parkschein-Automat); Dauerparkscheine sind über die Gemeindeverwaltung im Rathaus erhältlich.

Boote Tretboot- und Liegestuhlverleih; halbe Stunde Boot fahren fünf Euro, eine Stunde neun Euro, zwei Stunden 16 Euro. Vergünstigungen sind über einen Ferienpass möglich. Familie Schäfer betreibt den Verleih mit acht Booten und 30 Liegestühlen im sechsten Jahr. Telefonnummer: 0171/7960330.