Matthias EinwagDie Pläne, am Eingang zum einstigen keltischen Oppidum auf dem Staffelberg ein Zangentor zu rekonstruieren, nehmen Gestalt an. Andrea Musiol, Projektkoordinatorin des Landratsamts, erläuterte den Stadträten das Projekt am Montagabend bei einer außerordentlichen Sitzung im Foyer der Adam-Riese-Halle.
Das Tor werde etwa 7,5 mal 7,5 Meter Grundfläche haben, sagte sie. Vorgeblendet würden zwei Schlitzpfostenmauern, die wie eine Zange aussehen und der keltischen Anlage aus der Zeit um 100 v. Chr. den Namen geben. Eine für 2018 angesetzte begleitende Grabung müsse wissenschaftliche Erkenntnisse bringen, die Funde sollen auf jeden Fall fachgerecht konserviert werden. Wichtig sei Landrat Christian Meißner (CSU) hierbei, die Öffentlichkeit einzubeziehen. All jene, die sich fürs keltische Erbe am Obermain interessierten, seien eingeladen, sich an der Grabung als Hilfskräfte zu beteiligen. Andrea Musiol: "Die Bevölkerung soll am Geschehen teilhaben."


Größtmögliche Transparenz

Träger des Projekts, das zu 60 Prozent über das Leader-Programm der EU und zudem von der Oberfrankenstiftung finanziell gefördert werden soll, ist der Kreis Lichtenfels. Alle Beteiligten - der Kreis, die Stadt Bad Staffelstein und das Landesamt für Denkmalpflege - legen großen Wert auf Transparenz und Authentizität. Den Bürgern am Obermain soll stets klar sein, was am Staffelberg geschieht und dass die Grabung wissenschaftlich fundiert ist, sagte Andrea Musiol. Begleitend würden Führungen, Fotodokumentationen, eine Homepage und ein Blog ins Auge gefasst. Zudem soll ein Konzept für die Vermarktung erarbeitet werden, fuhr sie fort. Das Zangentor und die bei der Grabung zu erwartenden Funde würden dann "museal vermarktet" und auf dem Tourismussektor genutzt, erklärte Andrea Musiol. Wie das genau geschehen wird, sei derzeit noch nicht im Detail festgelegt. Ganz vorzüglich sei zum Beispiel die Art, wie das keltische Erbe am hessischen Glauberg in Form einer aufwändigen 3D-Präsentation gezeigt werde.


"Die Chance ergreifen"

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sagte: "Das Zangentor ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem geworben werden sollte." In der Diskussion nahmen die Räte das Projekt mehrheitlich wohlwollend auf. Winfried Ernst (FW): "Wenn das gefördert wird, sollten wir die Chance ergreifen." Walter Mackert (CSU): "Wir haben die einmalige Chance, für ein Alleinstellungsmerkmal in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz und der Naturschutzbehörde zu schaffen. Es ist schon etwas Zukunftsorientiertes." Werner Freitag (SBUN) gab zu bedenken: "Wir haben keine Marketingprobleme mit dem Staffelberg - der ist jetzt schon rappelvoll."