Am Montag tagte der Beirat von Baur in Hamburg. In dem Gremium sitzen drei Vertreter der Friedrich-Baur-Stiftung sowie drei der Otto-Group. Der Beirat befasste sich mit kurzfristigen Strategien für die nächsten drei Jahre - und mit dem Zukunftsprojekt Fokus.

Fokus soll doppelte Strukturen im Konzern aufspüren und beseitigen, damit die Otto-Gruppe im Markt robuster aufgestellt ist. Bei den ersten Entwürfen war von 210 Vollzeitstellen die Rede, die in Weismain gestrichen werden könnten. Inzwischen setzt ein Umsteuern ein. In einer Pressemitteilung schreibt der Konzern, dass bei der Sitzung am Montag "die Eigenständigkeit von Baur im Mittelpunkt stand". Bis Februar sollen die entgültigen Entscheidungen fallen, welche Abteilungen betroffen sind. Allen Beteiligten, auch der Betriebsrat, das versichert Baur-Pressesprecher Jörg Hoepfner, suchen einvernehmliche Lösungen.

Sein Hamburger Kollege Thomas Voigt schreibt von einer "sehr positiven und konstruktiven Atmosphäre". Mit den strukturellen Anpassungen wollen die Unternehmen "mehr als bisher Synergien nutzen, wobei die Profilierung von Baur sichergestellt werden wird". Voigt schreibt tatsächlich "werden wird", üblich ist ein unverbindliches "werden soll". Das kann für die Familien am Obermain Hoffnung bedeuten, denn die Beiräte wollen "diese Ziele unter dem Erhalt einer größtmöglichen Zahl qualifizierter Arbeitsplätze" umsetzen.