Am Freitag, 30. August, ist im Alter von 86 Jahren der Unternehmer Kurt Schütz verstorben. Er hatte sein Flechtatelier aus einem Einmannbetrieb zu einem der größten und angesehensten Flechtbetriebe Europas mit in Hochzeiten bis zu 300 Mitarbeitern aufgebaut.

Mit 20 Jahren in die Schweiz

Der am 13. Mai 1933 geborene Seubelsdorfer wagte bereits nach dem Besuch der Korbfachschule als 17-jähriger Korbmachergeselle einen ersten Versuch in die Selbständigkeit, indem er als Designer Modelle für verschiedene Korbwarenmanufakturen fertigte. Im Alter von 20 Jahren nahm er schließlich ein Angebot einer großen Schweizer Rattanmöbelfabrik an, wo er als stellvertretender Betriebsleiter Erfahrungen in seinem Metier sammeln konnte.

In der Schweiz lernte er auch seine Frau Alice kennen, die er 1958 heiratete. Ein Jahr später wurde der Sohn Kurt Schütz jun. geboren. Im Sommer 1960 kehrte Kurt Schütz mit seiner Familie nach Seubelsdorf in das ausgebaute Elternhaus zurück, meldete eine eigene Firma an und fertigte unter Mitwirkung seiner Familie kunstgewerbliche Produkte aus Weiden, Peddigrohr und Eschenholzfurnier. Mit der Warenrepräsentation auf internationalen Messen hatte er so großen Erfolg, dass er seine Firma sowohl von den Räumlichkeiten als auch vom Personal her ständig vergrößern musste. Mit der Rattanverarbeitung begann ab 1970 eine noch größere Erfolgsgeschichte, wobei große Firmengebäude an der Reuthstraße und Seeleinstraße entstanden.

Anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums übergab Kurt Schütz am 13. Mai 2000, seinem Geburtstag, den Betrieb an seinen Sohn, Kurt Schütz jun. Auch die Tochter Barbara ist eine gelernte Korbmachermeisterin und hat sich als Designerin einen Namen gemacht. Kurt Schütz hatte nicht nur durch sein Wissen, seine Ideen und sein Können seine Mitarbeiter inspiriert und seine Firma aus kleinsten Anfängen zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen gemacht, er hatte sich auch in vielen anderen Bereichen stark für das Flechthandwerk eingesetzt.

Engagement für Flechthandwerk

So engagierte er sich von 1984 bis 2001 als Bundesinnungsmeister für das Deutsche Flechthandwerk, von 1984 bis 2006 als Vorstandsmitglied der Korbmacherinnung Bayern und war außerdem lange Zeit als Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Innovationszentrums tätig. 1994 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande durch Bundespräsident Weizäcker verliehen. Er erhielt 1998 den Goldenen Meisterbrief, wurde 1996 zum Ehrenmeister des oberfränkischen Handwerks ernannt und war seit 2004 Gewerberat. 1985 stellte er zum 6. Korbmarkt einen geflochtenen Thron zur Verfügung, mit dem die Korbstadtkönigin auch in der Folgezeit vom Rathaus zur Bühne getragen wurde. Als Lionsclub-Mitglied setzte er sich sehr für arme Menschen ein, insbesondere für die Lions-Hilfe für Hurricanopfer in Honduras, wobei zwischen 1998 und 2003 insgesamt 24 Container mit Hilfsgütern verschickt wurden. Auf Grund seiner Verdienste für die Stadt und das Korbmacherhandwerk wurde er im Jahr 2000 mit der Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet.