Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) überreichte gestern im kleinen Sitzungsaal des Landratsamtes das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik an den früheren SPD-Landtagsabgeordneten Otto Schuhmann aus Altenkunstadt. "Sie haben im Bayerischen Landtag und in den verschiedensten Gremien der Kommunalpolitik um Meinungen gerungen und sich mit aller Kraft für das Gemeinwesen eingesetzt", würdigte Huml den Geehrten.
Darüber hinaus habe Otto Schuhmann auch Verbände, Vereine und das regionale Handwerk unterstützt. "Unser Land braucht Menschen wie Sie", sagte die Ministerin an Otto Schuhmann gewandt. "Sie sind ein Vorbild unserer Zeit."
Otto Schuhmann gehörte dem Stadtrat Burgkunstadt von 1972 bis 1981 an. Von 1984 bis 2014 engagierte er sich als Mitglied des Gemeinderats Altenkunstadt. Dem Landtag gehörte er von 1974 bis 1994 an, dem Bezirkstag von 1994 bis 2003 und dem Kreistag von 1972 bis 2014. Wertvolle Arbeit leistete er in den Zweckverbänden Konventbau Klosterlangheim, Kreissparkasse Lichtenfels und als Beirat der Volkshochschule im Landkreis Lichtenfels.


Für die Obermain-Therme aktiv

In ihrer Laudatio hob Huml besonders Schuhmanns Tätigkeit als Verbandsrat im Zweckverband Thermalsolbad hervor. "Sie sind seit der Gründung des Zweckverbandes im Jahr 1978 Mitglied und haben bei Beratungen und Abstimmungen mit dazu beigetragen, dass sich die ,Obermain-Therme‘ zu einem wichtigen Aushängeschild der Region entfalten konnte."
Neben seinem politischen Engagement setzte sich Otto Schuhmann auch als Mitglied in zahlreichen Vereinen ein, bei denen er oft auch Vorstandsämter übernahm. Darüber hinaus engagierte er sich als ehrenamtlicher Betreuer des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt in Mannsgereuth und als Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand der Interessengemeinschaft "Synagoge Altenkunstadt" sowie als Vorsitzender der "Lotte-Vogt-Stiftung".
"Ohne die Hilfe und Unterstützung vieler Freunde und Helfer wäre dies alles nicht möglich gewesen", sagte Otto Schuhmann. Namentlich nannte er Rudi Mahlzahn (Burgkunstadt), Winfred Bogdahn (Lichtenfels) und Franz Fiedler (Burgkunstadt), die ihn am Anfang seiner politischen Laufbahn besonders geholfen hätten. Sein Dank galt auch der Familie, die oft die meisten Opfer bringen musste. "Politiker zu sein ist wie eine Sucht, der, wenn man ihr verfallen ist, kaum entkommen kann", erläuterte Schuhmann.
Als Motiv für sein jahrzehntelanges Engagement nannte er die Möglichkeit mitzugestalten, vorne mit dabei sein und die Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber, etwas von dem zurückzugeben, was Staat und Gemeinschaft für einen selbst getan hätten. Diese Sucht nach gesellschaftlicher Mitwirkung habe sich nach seiner Ansicht am stärksten in der Kommunalpolitik ausgedrückt, die er 42 Jahre in verschiedenen Ämtern mitgestaltete. Für sein verantwortungsvolles Wirken hatte er bereits 1989 das Verdienstkreuz am Bande erhalten. Auch Landrat Christian Meißner und Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer würdigten die Verdienste von Otto Schuhmann.