Der Absatz ist, sagen wir einmal, eher verhalten. Edeltraud Leicht lacht trotzdem. "Ich biete zum ersten Mal in meinem Kiosk einen Osterpunsch an", sagt sie. Auf dem Parkplatz vor der Obermain-Therme ist an diesem Ostermontag kaum noch ein Platz zu finden, teilweise stauen sich die Autos bis zurück auf die Straße. Doch die Gäste zieht es ins Thermalbad, im Kurpark verlaufen sich vielleicht um die 100 Besucher. "Es ist so gut wie gar nichts los", meint Edeltraud Leicht. Kein Wunder: Das Thermometer im Kurpark zeigt gerade einmal 1 Grad plus an.

Seit Ostern in Betrieb

Die Gradierwerke der Obermain Therme wurden nach der Winterpause an Ostern wieder in Betrieb genommen. "Die liefen vor 14 Tagen schon einmal, dann wurden sie wohl wegen Vereisung ausgeschaltet", sagt Edeltraud Leicht.
Frei durchatmen und die Sole tief in die Lungen inhalieren - dazu lädt der windige Ostermontag eher weniger ein. Die in der Obermain-Therme aufbereitete Sole wird mit einer Konzentration von drei Prozent in den Keller der Gradierwerke gefördert und von dort in hölzerne Rinnen gepumpt, deren oberer Rand mit kleinen Aussparungen für den Wasseraustritt versehen ist. Die Sole verteilt sich gleichmäßig auf die darunter liegenden Schwarzdornzweige, durch die Verdunstung des Wassers beim Gradierprozess steigt der Salzgehalt auf bis zu etwa 25 Prozent. Doch bei der Kälte momentan ist das salzhaltige Aroma in der Luft kaum zu spüren, bei Werten knapp oberhalb des Gefrierpunktes läuft die Verdunstung nicht so wie im Sommer.
Wenigstens soll es bald wärmer werden. Am Samstag, 6. April, sagt der Wetterbericht 8 Grad voraus. An diesem Tag gibt es kostenlos um 14 Uhr im Kurpark ein Atemtraining. Treffpunkt ist der Springbrunnen zwischen den Gradierwerken. Es findet danach jeden Samstag statt. Die Gradierwerke sind öffentlich zugänglich und können in der Betriebszeit bis etwa Mitte Oktober jederzeit besucht werden. Weitere Infos: Obermain Therme, Telefon 09573/9619-0, E-Mail: service@obermaintherme.de (www.obermaintherme.de).