Im Juli wechselten das Erlanger Waldkrankenhaus und das angegliederte Seniorenpflegezentrum "Marienhospital" den Träger. Seit 1959 hatte die Kongregation der St.-Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen die Trägerschaft für diese Häuser. Weil im Orden inzwischen jedoch zu wenig junge Schwestern für die Führung und den Betrieb eines so großen Hauses vorhanden sind, schrieb die Kongregation die Häuser in einem Bieterverfahren aus.

Mit der Deutschen Assoziation der Malteser einigte der Orden sich auf die Übernahme der Trägerschaft. Nachdem das Kartellamt grünes Licht gegeben hatte, war am 14. Juni Notartermin. Der wirtschaftliche Übergang wurde rückwirkend zum 1. Januar vereinbart. Die Übergabe der Häuser fand am 21. Juli mit einem Gottesdienst in Erlangen statt, den Erzbischof Ludwig Schick hielt. Generaloberin Regina Pröls übergab an diesem Tag symbolisch die Schlüssel an Erich Prinz von Lobkowicz, den Präsidenten der Deutschen Assoziation des Malteserordens.


Zu wenig Nachwuchs

"Unser Ziel war es, dass das Waldkrankenhaus eine gute Zukunft hat", sagt die Generaloberin im Gespräch mit dieser Zeitung. Bei einem Schwesterntreffen 2015, blickt sie zurück, habe es erste Überlegungen gegeben, das Waldkrankenhaus und das Pflegezentrum abzugeben. Die Alterspyramide der Kongregation sei ausschlaggebend dafür gewesen: "Wir haben eine große Wolke und dünne Füße." Mit dieser Metapher sei der Personalstand gut zu umschreiben, sagt Regina Pröls. "Wir haben zu wenig junge Schwestern", fährt sie fort, und erst recht zu wenige, die beruflich im Krankenhausmanagement zu Hause sind. "Wir haben auch keine Leitungspersönlichkeiten in den eigenen Reihen."


Auch die Uni war interessiert

Auf dieser Basis sei die Entscheidung gefallen, sich von der Einrichtung in Erlangen zu trennen. Mit Hilfe einer Beratungsfirma wurde das Waldkrankenhaus über ein Bieterverfahren ausgeschrieben. "Wir hatten erstaunlich viele Interessenten", sagt die Generaloberin. Unter den Interessenten sei auch die Universität Erlangen gewesen, doch eine Anfrage beim Kartellamt habe im Vorfeld ergeben, dass diese Konstellation wenig Aussicht auf Zustimmung haben würde. Also vereinbarten die Schwestern mit den Maltesern und der Uni, dass es in Zukunft eine gute Zusammenarbeit geben werde.

Ganz ziehen sich die Franziskusschwestern aber nicht aus Erlangen zurück. "Wir haben dort weiter Wohnrecht und werden weiter als Mitarbeiter da sein", erklärt die Generaloberin. 13 Franziskanerinnen wohnen dort und werden weiterhin ehrenamtlich im Waldkrankenhaus tätig sein; zudem wirken sieben Schwestern einer indischen Kongregation im Klinikbetrieb mit.


Mitarbeiter abgesichert

Wert legte der Orden beim wirtschaftlichen Übergang darauf, dass die Mitarbeiter der Klinik im Vertrag abgesichert sind. "Es ist alles sehr beruhigend", resümiert die Generaloberin, "wir hatten wenig Aufregung und die Resonanz war zustimmend".

Das Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen hat 290 Betten sowie 30 Betten für die geriatrische Rehabilitation. Hinzu kommen 40 Plätze für stationären Aufenthalt im Pflegezentrum "St. Elisabeth". Das Waldkrankenhaus machte im Jahr 2016 rund 70 Millionen Euro Umsatz bei 13 000 stationär und 18 000 ambulant versorgten Patienten. Im Januar 2017 waren hier knapp 1000 Mitarbeiter beschäftigt - einschließlich der Teilzeitkräfte und der Mitarbeiter in Elternzeit und Mutterschutz. Die Altenhilfeeinrichtung "Marienhospital" (Senioren-Pflegezentrum) hat 93 Pflegeplätze und 94 Mitarbeiter. Zum Waldkrankenhaus gehören zudem eine Krankenpflegeschule mit 60 Ausbildungsplätzen und das Appartmentgebäude "Haus Hildegard" mit 122 Wohnungen.