Körber wurde am Samstag von den Delegierten der oberfränkischen Liberalen mit deutlicher Mehrheit gewählt. FDP-Bezirksvorsitzender Thomas Nagel tritt als Spitzenkandidat zur Bezirkstagswahl an.

Bei dem fünfstündigen Wahlmarathon im Landgasthof "Klosterhof" in Klosterlangheim herrschte Aufbruchstimmung. Der Erfolg bei der Bundestagswahl - die FDP hatte 10,2 Prozent der Stimmen in Bayern erhalten - wächst die Hoffnung, auch wieder in den Landtag einzuziehen, wo sie von 2008 bis 2013 sogar auf der Regierungsbank vertreten war.


Kritik an Söder

In seiner Rede zur Wahlkreisversammlung sparte Körber nicht mit Kritik an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er habe als Finanzminister mit vollen Haushaltskassen mehr Geld für die Pflege bereitstellen können, der Netzausbau in Bayern ginge nicht voran, und nachdem Söder 33.000 Wohnungen verkauft habe, wolle er nun 2000 in München bauen. "Bei uns in Franken nennt man das eher einen 'Sprüchbeutel'", sagte der 37-jährige Architekt und ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Auch auf die anderen politischen Mitbewerber für das Amt im Maximilianeum war Körber nicht gut zu sprechen. "Die grünen Gutmenschen wollen uns durch Freiheitseinschränkungen erziehen und bevormunden", als Umverteiler in der GroKo erlebe man die SPD, und zur AfD sagte er: "Durch Ignorieren werden wir sie nicht wegbekommen aus den Parlamenten, sondern nur mit inhaltlichen Auseinandersetzungen."


Fünf Kernthemen

Sebastian Körber umriss die Kernthemen des FDP-Wahlprogramms: Geld und Chancengerechtigkeit in der Bildung, Stärkung der Bürgerrechte, solide Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie die Stärkung des ländlichen Raumes durch zusätzlichen Wohnraum. Dazu gehöre der Ausbau der Infrastruktur und die Erhaltung der Ortskerne. Wichtig sei für ihn die Gesundheitsnahversorgung und der öffentliche Personennahverkehr. Körber wies auf eine Wahlkampfveranstaltung zum Thema "Bauen" am 5. Mai in Coburg hin.


Digitalisierung

Ulrich Herbert, Listensechster für den Landtag aus Coburg, sah für die Zukunft die Digitalisierung in allen Bereichen des Lebens voraus. Dazu gehörten der Breitbandausbau und ein digitales Bildungssystem. Stipendien und Bafög müssten stärker gefördert werden. Für die innere Sicherheit forderte er mehr Planstellen der Polizei. "Auch in Coburg fehlen Leute", stellte der Rechtsanwalt fest.


Spitzenkandidat für Bezirk

Der Spitzenkandidat für die Bezirkstagswahl, Thomas Nagel aus Kulmbach, forderte eine Bezirkstagsreform mit mehr Transparenz. Kaum jemand wisse, dass 94 Prozent des 436-Millionen-Euro-Haushalts für die soziale Sicherheit ausgegeben würden, knapp zwölf Millionen für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge.

Die "Gesundheitsregion" Oberfranken solle weiter gestärkt werden, sagte Nagel. Die Bezirksumlage müsse abgeschafft werden. Die FDP wolle, dass jede Gebietskörperschaft eine eigene Finanzverantwortung bekomme und nicht Jahr für Jahr bangen müsse, wie hoch die nächste Bezirksumlage ausfallen werde. Der Bezirk solle stattdessen eine direkte Zuweisung von Steueranteilen erhalten.


Wahlergebnisse

Reihung für die Landtagswahl im Wahlkreis Oberfranken: 1. Sebastian Körber (Forchheim), 2. Martin Pöhner (Bamberg-Stadt), 3. Michael Otte (Wunsiedel-Kulmbach), 4. Harald Bischoff (Lichtenfels-Kronach; kommt aus Lichtenfels-Köttel), 5. Martin Wünsche (Bamberg-Land), 6. Ulrich Herbert (Coburg), ... 15. Irmgard Nehmzow (Lichtenfels-Kronach; kommt aus Altenkunstadt), 16. Gerold Gebhard (Coburg; kommt aus Dörfles-Esbach).

Reihung Bezirkstagswahl: 1. Thomas Nagel (Wunsiedel-Kulmbach), 2. Axel Fritsch (Bamberg-Stadt), 3. Christian Weber (Forchheim), 4. Michael Zimmermann (Coburg), 5. Christine Schüler (Hof), 6. Frank Scheidig (Lichtenfels-Kronach; kommt aus Lichtenfels), ... 10. Nico Appelfeller (Coburg), 13. Stefan Wolf (Lichtenfels-Kronach).