Über 150 000 Gäste kommen jedes Jahr nach Bad Staffelstein, die Stadt zählt über 600 000 Übernachtungen. Davon sollen auch die Einzelhändler stärker profitieren. Der städtische Kur- und Tourismusservice und die Adam-Riese-Werbegemeinschaft arbeiten dazu jetzt enger zusammen. Die Neuauflage der Gästekarte ist ein Beispiel dafür.

Nachlässe für Gäste

Aus dem vorher vergleichsweise eher einfach gehaltenen Flyer ist eine Broschüre geworden, in der Geschäfte kostenlos auf sich aufmerksam machen können. Um dabei zu sein, müssen sie den Besuchern der Stadt Rabatte gewähren. Die einfache Rechnung dahinter: Als Geschäftsmann erhält man im Gegenzug Aufmerksamkeit und die Aussicht auf zusätzliche Umsätze. Die Möglichkeit so zu werben, steht allen Geschäften in der Stadt zur Verfügung, nicht nur Mitgliedern der Adam-Riese-Werbegemeinschaft. Zwölf Geschäfte nutzen bereits die Möglichkeit, in der aktuellen Auflage sind damit sieben dazu gekommen.

76 Vergünstigungen

"Wir wollten die Leistungen der Gästekarte aufwerten", sagt Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur- und Tourismusservice. Außerdem hat man die Gestaltung des Gästekarte aufgewertet. Auf den 24 Seiten finden sich nun Bilder und Beschreibungen der insgesamt 16 kostenlosen und 60 ermäßigten Leistungen.

Die Vorteile können alle nutzen, die in der Stadt zu Gast sind und Kurbeitrag zahlen. Dafür bekommen sie einen Ausweis aus Papier für die Dauer ihres Aufenthaltes, den sie vorzeigen müssen, wenn sie die Vergünstigungen in Anspruch nehmen möchten. Damit bietet die Stadt auch einen Gegenwert für die Kurtaxe.

Therme Spitzenreiter

"Spitzenreiter ist weiterhin die Obermain-Therme", sagt Schneider. 50 Cent sparen die Gästekarteninhaber dort bei jedem Besuch. Neu dabei ist unter anderem der Bamberger Veranstaltungsservice, der fünf Euro Nachlass auf Eintrittskarten an der Abendkasse für Veranstaltungen auf der Seebühne gibt.

5000 Exemplare hat der Kur- und Tourismusservice von der neuen Broschüre aufgelegt, damit will man auch flexibel bleiben, wenn weitere Geschäfte hinzukommen wollen. Dann wird die im Hause selbst produzierte Vorlage angepasst.

Nicht die erste Aktion

Auch im bereits erschienenen Genuss- und Erlebnisführer sind nun auch Einzelhändler vertreten. Insgesamt neun Geschäfte haben die Möglichkeit genutzt, sich einzutragen. Diese Hinweise kosten aber einen Beitrag.

Im Kur- und Tourismusservice hat man sich auch schon Gedanken gemacht, ob eine elektronische Gästekarte mit Chip Sinn machen würde. "Dazu bräuchte man sehr viele Kartenleser, die jeweils einige hundert Euro kosten. Wir sind aufgeschlossen, aber die Zeit dafür ist einfach noch nicht reif. Zudem haben wir auch ein eher älteres Publikum, das den Umgang mit Papier gewohnt ist."

Also wird man im Kur- und Tourismusservice weiter auf das bestehende System setzen.