Der Karnevalsklub (SKK) stürmte am 11. 11. um 11 Uhr 11 das Rathaus und übernahm dort die Macht. In den kommenden 115 närrischen Tagen werden sie nun das Zepter - oder besser gesagt den Zauberstab in der Adam-Riese- Stadt führen.

An der Eingangstür zum historischen Rathaussaal bat der große Zaubermeister "Matthias von Zilgendorf" (Matthias Graß) vergebens das Stadtoberhaupt Jürgen Kohmann um die Herausgabe des Schlüssels. Mithilfe seines großen Zauberstabes und nach einem Zauberspruch öffnete sich die Eingangstür von selbst. Bei der anschließenden lustigen Elferratssitzung unter dem Motto "Fabelwesen und Magie, der SKK weckt Fantasie" ging es recht amüsant zu. Bürgermeister a. D. Kohmann erhielt vom Präsidenten des SKK, Matthias Graß, den Sessionsorden in Form eines Bierdeckels sowie einen Zauberhut überreicht. Hans-Josef Stich und Sabine Scheer erhielten den "Orden light" überreicht.

Verordnungen erlassen

"Matthias von Zilgendorf" bat zunächst seinen Gesellen "Jo von Do" (Joachim Riemer) ein "WKG" (Wunder-Kommunikations-Gerät) zu schaffen, wobei ein Faschingsorden herauskam. Pünktlich zum Faschingsauftakt traten auch wieder Verordnungen und Verhaltensweisen in Kraft, von denen Zauberer-Geselle "Hasso" Michael Hess berichtete. So wurde aufgrund der neuen Datenschutzverordnung nachgedacht, auf Klingelschilder nur noch Nummern anzubringen. "Ab sofort wird der Vereinsname in unserem Schlachtruf durch die Vereinsregisternummer ersetzt und lautet künftig VR 20 271 - rarara", so der 2. Präsident. Die zur Abschaffung anstehende Winterzeit wird durch die Narrenzeit ersetzt. Zu Beginn des Aschermittwochs wird die Uhr um 2749 Stunden zurückgedreht, so dass man im direkten Anschluss an die Faschingsbeerdigung wieder mit dem Rathaussturm beginnt. Im Innenstadtbereich werden Kurzparkzonen speziell für Zauberer, Magier und Hexen eingerichtet. Nach dem Vorbild Oberleiterbach wird in der Innenstadt ein "närrisches Haam-Bring-Bänkla" installiert. Hier sollen all jene Karnevalisten eine Mitfahrgelegenheit finden, die nach durchgemachter Ballnacht ermattet und fahruntüchtig sind.

"In der Gastronomie werden Fantasiepreise gehandelt", so der Zauberer-Geselle. "Die Wirte fantasieren, was sie verlangen können, die Narren fantasieren, was sie zahlen wollen und die Partner der Narren fantasieren, wo sie das Geld zum Zahlen der Zeche herzaubern sollen." Zur Verbesserung der Reinlichkeit im öffentlichen Straßenverkehr werde der Stadtbauhof mit dem neuen Besen Modell "Nimbus 2000" ausgestattet. "Der Zauberbesen hat die Verantwortlichen der Bauverwaltung durch seinen effizienten Einsatz, die unerreichbare Bedienerfreundlichkeit, das hohe Maß an Arbeitssicherheit, den erheblichen wirtschaftlichen Einsparungseffekt und durch sein einzigartiges Design absolut überzeugt. Zur Bedienung muss lediglich ein Zauberspruch aus ,Goethes Zauberlehrling, zitiert werden", so Michael Hess.

Wie aus der heimischen Presse zu entnehmen war, ist man auf der Suche nach einem neuen Standort für eine Webcam. Die jetzige Panoramakamera befindet sich am Eingang des Kurparks. "Jetzt moniert die Leiterin des Kur- und Tourismus-Service, dass im Winter oft nur kahle Bäume zu sehen sind. Meines Wissens, als einer, der nicht eine Baumschule besucht hat, sind im Winter die Laubbäume überall im Stadtgebiet kahl, egal wo letztendlich eine Kamera steht", erklärte "Matthias von Zilgendorf".

Panorama aus der Umkleide

Der SKK werde bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich sein und erklärte, ein prädestinierter Ort sei zweifellos der Staffelberg. "Ein lukrativer Standort wären auch die neuen Umkleidekabinen der Obermain -Therme. Durch Freischaltung einer 0900-Nummer und 6 mal die 6 kann man auf Dauer auch noch richtig Geld verdienen. Selbst die Anzahl der Zuschauer wird höher sein, als beim jetzigen Standort", so Matthias Graß.

In den Kurznachrichten ging es um die Redewendung "das kannst du knicken" im Zusammenhang mit dem Kirchweihbaum in Ebensfeld, um eine Bahnhaltestelle für Seubelsdorf, um die sinkende Geburtenzahlen in Bad Staffelstein sowie um die Zauberschule Bärengelände. "Im Stadtgebiet gibt es aktuell zehn Brauereien, die nicht nur köstlichen Gerstensaft brauen, sondern auch nichtalkoholische Getränke. Eine davon braut sogar einen wohlschmeckenden Zaubertrank. Im Angebot hat der Zaubertrunk auch Limonaden und ein erfrischendes stilles Tafelwasser. Möchte man etwas über die Inhaltsstoffe vom Tafelwasser erfahren, reicht ein Blick auf das Etikett der Flasche. Dabei erkennt der wissensbegierige Betrachter sogleich, dass dieses Getränk nicht nur Wasser, sondern auch Naturso(h)le enthält. Man sollte mal vorsichtshalber auf das Etikett einer Spezi- oder gelben Limonaden-Flasche schauen, wer weiß was da alles drin ist", so Matthias von Zilgendorf. Die "Kräuterhex" ( Margit Schnapp) goss leckeren Zaubertrank ein.

Zum Ende ehrte Alexander Maisel vom Fastnachtsverband Franken Margit Schnapp mit der goldenen Ehrennadel des Fastnachtsverbandes sowie Zweiten Präsidenten "Hasso" Michael Hess und Schatzmeister Jürgen Ullmann mit dem Verdienstorden des Fastnachtsverbandes.-