Vom Heldritter Märchenwald in den Gottesgarten, von der Wald- auf die Seebühne: Die Coburger Sommeroperette will ihren Zuschauern zur 25. Spielzeit in gleich vielerlei Hinsicht etwas Besonderes bieten, so auch den perfekten Spielort. Sie siedelt im Sommer auf die Seebühne des Kurparks an der Obermain-Therme um. "Die Seebühne ist ein wunderschöner Spielort", sagt Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Auch die Initiatorin Adelheid Frankenberger und der neue Künstlerische Leiter, Michael Heim, sind von der Seebühne begeistert. Mit internationalen Gesang-Stars werden am 21. Juli erstmals die Seefestspiele Bad Staffelstein mit einer Inszenierung der "Fledermaus" von Johann Strauss eröffnet.


Lange Spielortsuche

"Schon seit fünf Jahren war es angedacht, eine neue Bühne zu finden", erklärt Michael Heim. Die Waldbühne Heldritt habe, besonders wegen der mangelnden Barrierefreiheit und Infrastruktur, vor allem ältere Menschen benachteiligt. Auch sei es dort oft sehr kalt gewesen, was die Sänger stimmlich herausforderte. Eine neue Bühne musste also her. "Wir haben uns sehr viele Spielorte angeschaut", beteuert der Künstlerische Leiter. Richtig zufrieden seien die Organisatoren aber nie gewesen.


Alle Wünsche erfüllt

Vor einigen Monaten fanden sie, wonach sie suchten. "Die Seebühne als Spielort ist einfach ideal. Alles, was wir wollten, ist bereits da - es ist als hätte sie auf uns gewartet", schwärmt Michael Heim. Schon bei der Anfahrt habe er "eine Gänsehaut gespürt". Die besondere Atmosphäre im "Gottesgarten", zwischen Kloster Banz und Vierzehnheiligen, sei unbeschreiblich. Adelheid Frankenberger stimmt dem zu: "Ich bin zwar eine waschechte Coburgerin, aber es ist einfach heimelig hier."
Auch die Infrastruktur lasse keine Wünsche offen: "Von der Autobahn sind es zwei Minuten, kommt man mit der Bahn, ist man in fünf Minuten hergelaufen." Auch der große und nahe gelegene Parkplatz überzeugt. Kooperationen mit Bahn und Gaststätten seien geplant. Der Bürgermeister ist sich sicher, dass auch die Stadt vom neuen Spielort profitiert.
Beinahe 1000 Menschen können die Operette besuchen. Die Sitzplätze sind auch ohne Sitzkissen bequem, wie Michael Heim betont, und bieten Bein- und Barrierefreiheit. Doch was ist, wenn das Wetter nicht mitspielt? "Es ist ein Sonnensegel über die Mittelblöcke B und C geplant", beschwichtigt Jürgen Kohmann. Bei stürmischem Wetter ziehe es sich zwar automatisch ein, bei leichtem Regen halte es die Zuschauer aber trocken. Außerdem habe Bad Staffelstein ohnehin meist Glück mit dem Wetter. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde die Spielzeit um drei Wochen vorverlegt.


Starbesetzung und Weltpremiere

Nicht nur die Rahmenbedingungen sollen perfekt sein. Inhaltlich habe sich die Operette weiter professionalisiert, so die Initiatorin. 2016 wurde die Coburger Sommeroperette deutschlandweit zum besten Operettenfestival gekürt. "Diesen Ruf wollen wir natürlich verteidigen", erklärt Michael Heim und hat dafür ein "hochkarätiges Programm" auf die Beine gestellt. Bis zum 12. August wird 13-mal "Die Fledermaus" von Johann Strauss mit bekannten Sängergrößen aufgeführt. Er ist sich sicher: "Man kann dieses Stück anders besetzten, aber man kann es nicht besser besetzten." Er selbst stand bei der "Fledermaus" 260-mal auf der Bühne. Auf den oftmals gestrichene Wiener Schmäh müssen die Zuschauer bei ihm nicht verzichten: "Bei uns steht Fledermaus drauf und da ist auch Fledermaus drin." Am 24. Juli wird zudem eine "Weltpremiere" stattfinden: Die beiden Weltstars Camilla Nyl und und Andreas Schager singen gemeinsam die Operetten-Gala.
"Wir hoffen auf das Verständnis, dass die Karten wegen der Topbesetzung teurer geworden sind", so der Künstlerische Leiter. Ab 25 Euro werden diese erstmals auch im Internet angeboten. Was zunächst teuer erscheint, sei aber ein Schnäppchen: "Die Sänger sind uns sehr entgegen gekommen. Normal zahlt mal deutlich mehr, um sie singen zu hören."
Außerdem gehe es bei der Inszenierung gar nicht um das Geld. "In der heutigen Zeit driften die Menschen immer mehr auseinander", erzählt Michael Heim. Das Gemeinschaftsgefühl sei am Wichtigsten. So sollen die Zuschauer und das Ensemble an den Seefestspielen zur Ruhe kommen und "für ein paar Stunden Glückseligkeit erleben können."