Im Allgemeinen möchte die Kulturinitiative Bad Staffelstein (KIS) ihren Gästen eine gewisse Abwechslung bieten. Dies gilt nicht in Bezug auf Lizzy Aumeier. Die jährlich wiederkehrenden Auftritte der Kontrabassistin und Kabarettistin aus der Oberpfalz und ihres Damensalonorchester zählen zu den Veranstaltungen der KIS mit Kultfaktor. Entsprechend viele Besucher waren am Samstagabend in den Kaisersaal in Kloster Banz gekommen.
Dass es schon das 14. Mal sein soll, das erstaunte sogar Lizzy Aumeier. "Oh Gott, da bin ich ja noch älter", stellte die 54-Jährige zerknirscht fest. Doch das Alter habe auch Vorteile. Man könne Klamotten tragen, die 30 Jahre älter sind und dann einfach behaupten, es sei Vintage. Auch sinke beispielsweise mit 88 Jahren die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau gekidnappt wird, weil niemand mehr für sie Lösegeld zu zahlen bereit sei.


Konzertierte Aktion

Das rund zweistündige Programm widmete sich verschiedenen Themen, zu dem jede der Damen auf der Bühne ihren Beitrag leistete. Doch auch musikalisch hatten Svetlana Klimova an der Solovioline, Irene von Fritsch am Violoncello, Gaby Athmann an der Flöte, Alice Graf am Klavier und vor allem Lizzy Aumeier am Kontrabass einiges an exzellenter Konzertmusik zu bieten. Die Damen bescherten ihrem Publikum einen unterhaltsamen Abend.
Dabei wurde so manche mehr oder weniger intelligente Erkenntnis bekannter Zeitgenossen ausgegraben: "Homo-Ehen sollten nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden", finde jedenfalls der gebürtige Grazer und frühere Bodybuilder Arnold Schwarzenegger. Für sein Kauderwelsch sei der ehemalige bayerische Ministerpräsident Stoiber bekannt. Er soll einmal gesagt haben: "Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran."


Im Dialog mit dem Publikum

Lizzy Aumeier ist für ihre Schlagfertigkeit bekannt und für den spontanen Austausch mit dem Publikum. Das musste diesmal auch der Besucher Achim erfahren, der mehr als einmal im Fokus der Kabarettistin stand. Besonders beim Thema Anmachsprüche. Der Beitrag von Irene von Fritsch dazu: "Ich bin gut drauf, ich suche jemanden für unten drunter." Svetlana Klimova fiel dazu ein: "Ich bin vom ADAC, ich will dich abschleppen."
Die musikalischen Überleitungen von einem Textblock zum nächsten wurden mit Humor verpackt. So beschwerte sich Lizzy Aumeier, dass ihr Instrument in der Barcarole immer nur den gleichen Ton spielen müsse. Gleiches gelte für die Flöte, gab Gaby Athmann zu bedenken. Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Überhaupt waren die Damen ganz virtuos auf ihren Instrumenten unterwegs. Sie gaben den Kompositionen ihre eigene Handschrift und man merkte, dass es ihnen Spaß machte, gemeinsam zu musizieren. Da wird sogar ein Marsch zum Hörgenuss.
Lizzy Aumeier und ihr Damensalonorchester greifen viele Themen auf, darunter welche aus den Bereichen Körper und Gesundheit. Zum Beispiel ging es um die Frage, ob man sich das Pflaster sparen kann, wenn man gleich auf einen Pflasterstein aufschlägt.
US-Präsident Donald Trump wurde von Lizzy Aumeier folgendermaßen beurteilt: "Ich habe den Eindruck, dass ihn die Intelligenz verfolgt, nur er ist schneller."
80 Jahre alt ist Gunda, eine Frau aus dem Publikum, die vier Kinder großgezogen hat. "Warum können sie nicht jemanden wie dich an die Spitze des Staates stellen", fragte die Kabarettistin die 80-Jährige nachdenklich. Denn Gunda hätte mit ihrer Lebenserfahrung sicher Lösungen für viele Probleme.
Eine weitere Erkenntnis des an Kuriosem so reichen Abends: "Die meisten Menschen sind so wohlerzogen, dass sie nicht mit vollem Mund sprechen. Aber sie scheuen sich nicht, mit leerem Kopf zu reden."
Eine Frage, die für die Leser dieser Zeitung interessant sein dürfte, beigesteuert von Svetlana Klimova: "Warum passiert immer so viel, wie in eine Zeitung reinpasst?"
Am Ende hatte Andreas Stock, Lizzys Ehemann, seinen Auftritt. Auch trug einiges zum gelungenen Abend bei, unter anderem dirigierte er einen Marsch.