Der Eindruck täuscht. Die Bad Staffelsteiner testen in diesen Tagen nicht ihren neuen Kreisel hinter der Bahnhofsunterführung. Wer stehen bleibt und das Treiben beobachtet, merkt schnell: Die Autofahrer drehen nicht aus Vergnügen eine Runde extra. Sie versuchen zum Kurgebiet Richtung Obermain-Therme abzubiegen. Doch diese Zufahrt ist noch nicht offen, man muss weiter die Umleitungsstraße nehmen.

Man lag im Zeitplan, aber es hat durch etwa ein halbes Jahr gedauert, bis man vor wenigen Tagen zumindest schon einmal die Durchfahrt Richtung Unterführung provisorisch freigeben konnte, am Abzweig Richtung Kurgelände wird noch gearbeitet. Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich sagte in der jüngsten Sitzung des Tourismus ausschusses, dass er hoffe, auch Richtung Obermain-Therme werde man die Straße bald benutzen können, auch wenn die Feinschichtdecke noch fehle.

Die Neugestaltung um das Außenbecken herum an der Obermain-Therme in diesem Jahr, dazu die Arbeiten an der Zufahrtstraße: Das sind Operationen an sensiblen Stellen der Stadt, weil sie auch Einfluss auf die Zahl der Besucher haben können.

Doch diese Befürchtung scheint sich nicht zu bestätigen. "Es war kein einfaches Jahr, auch wegen der Baustellen. Wir können mit dem Erzielten sehr zufrieden sein", kommentierte Stich, der auch Werkleiter der Obermain-Therme ist, die Zahlen, die Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur- und Tourismusservice, auf der Sitzung vorstellte.


Stabiler September

Was hat sich seit der vorherigen Sitzung des Tourismusausschusses im September getan? Der Trend hat sich gedreht. War man zunächst bei den Übernachtungszahlen gut ins Jahr gestartet, warf ein ein deutliches Minus im Juni (-9,7 Prozent) und Juli (-3,7) nach einem guten Mai (+6,5) in der Halbzeitbilanz auf Vorjahresniveau zurück.

Ein leichtes Plus im August (1 Prozent) und ein stabiler September genügten, um wieder einen Zuwachs zu haben. 0,5 Prozent an Übernachtungen mehr zwischen Januar und September gibt es im Vorjahresvergleich, 463 085. Was fast noch wichtiger ist: Die Zahl der Gäste ist deutlich stärker gestiegen, um 3,3 Prozent auf 105 169. Damit gleicht man den Trend zum kürzeren Urlaub wieder aus. "Wir können durch unser Marketing feststellen, dass immer neue Gäste zu uns kommen, vor allem junge Menschen", betonte Anne Maria Schneider. Vor allem im Bereich zwischen 30 und 40 Jahren habe man einen Zuwachs, erläuterte sie auf Nachfrage von Andreas Pfarrdrescher.

Im bayerischen Vergleich steht man damit nicht schlecht da. Insgesamt konnten die Heilbäder in Bayern überwiegend in diesem Jahr sich überwiegend über leichte Zuwächse freuen.