Große Hoffnung setzt der Weismainer Bürgermeister auf den bayerischen Innenminister Joachim Hermann. Beim politischen Sommer der CSU im Festzelt der Feuerwehr appellierte Udo Dauer an den Minister: "Wir sind hoch verschuldet und brauchen dringend eine Stabilisierungshilfe."
Die Bedarfszuweisung müsse der außergewöhnlichen Lage und den besonderen Aufgaben von Weismain gerecht werden. Bei einer konstanten Bevölkerungszahl und stabiler Wirtschaftskraft wäre eine Zuwendung dringend erforderlich.


Trotz Termindrucks gekommen

Der Minister versprach, sich für die Weismainer Probleme einzusetzen. Er erinnerte an den ersten Spatenstich für die Ortsumfahrung Weismains im vergangenen Jahr, bei der er zugesagte hätte, zum Feuerwehrjubiläum zu kommen. Trotz großem Termindruck sei ihm das gelungen. Mit der Ankündigung, dass am 11. Juni die Bauarbeiten an der Ortsumgehung fortgesetzt werden, der Hoffnung auf finanzielle Hilfe und auf ein gelungenes Fest prostete der Bürgermeister mit Unterstützung der Weismainer Blasmusik den 1500 Besuchern und der politischen Prominenz zu.
Landrat Christian Meißner unterstrich, dass sich die Zusammenlegung der zwei Stimmkreise Kronach und Lichtenfels bewährt habe. Projekte beider Landkreise, wie zum Beispiel der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 173, könnte effektiver durchgesetzt werden. Ein entscheidender Schritt sei die Planfeststellung der Baumaßnahme. Meißner erinnerte an das Versprechen der Regierung, ländliche Räume erschließen zu wollen. "Das muss auch bei uns umgesetzt werden".


Funklöcher schließen

Scharfe Attacken ritt der Landrat gegen rechtsgerichtet Strömungen und Parteien. Es dürfe nicht sein, dass die NS-Zeit als politisches Mittel eingesetzt werde. MdL Jürgen Baumgärtner sagte, wichtig sei die Schließung von Funklöchern durch Errichtung neuer Funkmasten. Positiv beurteilte er das "Wissenschaftscampus E-Commerce" der Baur-Gruppe als neuen, staatlich geförderter Forschungsstandort in Burgkunstadt. Auf einem zukunftsweisenden Weg seien auch die Staatlichen Berufsschulen in Lichtenfels mit der Ausbildung zum Online-Kaufmann.
Der Weismainer CSU-Vorsitzende Michael Bienlein sprach auch in seiner Eigenschaft als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Er erinnerte an Helmut Brunner, der vom 30. Oktober 2008 bis zum 20. März 2018 Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in den Kabinetten Seehofer war. Die neue Amtsinhaberin, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, beurteilte er skeptisch: "Sie hat von Tuten und Blasen keine Ahnung." Für sie spreche aber, dass sie die Pläne der EU-Kommission zur Zukunft der europäischen Agrarpolitik deutlich kritisiert habe. Wenn die Vorschläge Realität würden, kämen auf die Bauern nicht nur schmerzhafte Mittelkürzungen zu, sondern zudem auch noch erhebliche zusätzliche Auflagen.
Als "Feuerwehrminister" begrüßte Joachim Herrmann die Jubelwehr mit den Worten: "Seit eineinhalb Jahrhunderten lassen Sie hier nichts anbrennen". Rettungs- und Hilfsorganisationen seien wesentliche Stützpfeiler der Inneren Sicherheit in Bayern.
Von 450 000 Einsatzkräften engagierten sich 430 000 ehrenamtlich. 49 000 Feuerwehranwärter zeugten von einer hervorragenden Nachwuchsarbeit. Für die Unterstützung der Gemeinden und Landkreisen habe die Staatsregierung in den vergangenen Jahren 184 Millionen Euro an Fördergeldern ausbezahlt. Die Gemeinden im Landkreis Lichtenfels erhielten im selben Zeitraum mehr als 1,6 Millionen Euro. Als skandalös bezeichnete der Minister Gewalt gegen Einsatzkräfte und forderte härtere Strafen. In der Kriminalstatistik wurden 2017 in Bayern 4533 Straftaten pro 100 000 Einwohner festgestellt. Bundesweit seien es 6700. In Oberfranken war die Häufigkeitszahl 4499 Straftaten pro 100 000 Einwohner, im Landkreis Lichtenfels sogar nur 4113, und die Aufklärungsquote lag hier überdurchschnittlich bei 70,6 Prozent.
Dem internationalen islamistischen Terrorismus sagte Hermann den Kampf an. Dazu gehöre auch ein geändertes Einwanderungsgesetz. Die Zuwanderung dürfe 220 000 Personen nicht überschreiten.