Für die Gemeinde ist der Fall noch nicht erledigt, das machte Bürgermeister Helmut Fischer in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Nachdem es am 14. März 2012 bei dem Beschichtungsbetrieb Metob durch einen technischen Defekt zu einem Feuer und Schaden in Millionenhöhe gekommen war, hatten Vorkehrungen zum Schutz der Trinkwasserversorgung getroffen werden müssen.

Über Monate wurden Proben genommen, um sicherzugehen, dass von den hochgiftigen Chromverbindungen, Säuren und Laugen, die bei der Katastrophe freigesetzt wurden, nichts in die Brunnen gelangte. Die Kosten hierfür, 65.000 Euro, hat die Gemeinde bis heute nicht erstattet bekommen. "Vor etwa vier Wochen haben wir einen Anwalt eingeschaltet", sagte Fischer.


Über Veröffentlichung geärgert

Geärgert hatte sich der Michelauer Bürgermeister über eine Veröffentlichung des Landratsamtes Lichtenfels Anfang April, die noch immer auf der Internetseite des Landkreises zu sehen ist. "Katastrophenfall bei Metob auch finanziell abgeschlossen" lautet die Überschrift über diese Pressemitteilung. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Erstattung der Einsatzkosten, kurz nach dem zweiten Jahrestag des Großbrandes, durch Landrat Christian Meißner (CSU) und Metob-Chef Matthias Krämer ist in einem Bild festgehalten, "auf dem sich beide glücklich in die Augen schauen", wie Helmut Fischer mit leicht zynischem Unterton anmerkte. "Als wäre alles in Butter." Aber aus Michelauer Sicht sei eben nicht alles geregelt, betonte er.

Während das Landratsamt bis heute die Höhe der sechsstelligen Summe, zu deren Zahlung sich Metob verpflichtet hat, nicht nennt und sich auf datenschutzrechtliche Gründe beruft, beziffert Fischer die Kosten für die Wasseruntersuchungen genau.

Zur Erinnerung: Das kontaminierte Löschwasser war in einen Bachlauf gelangt, der zur Kläranlage und in Richtung des Michelauer Wasserschutzgebietes führt. Eilig wurde es aufgefangen, abgepumpt und in betonierten Regenüberlaufbecken zwischengelagert. In Spezialcontainern wurden die rund 600 Kubikmeter zur Entsorgung gefahren. Die Trinkwasserbrunnen blieben vorsorglich rund zehn Tage gesperrt, die weitere Beprobung ordnete das Landratsamt per Bescheid an.

Als die Gemeinde sich schließlich wegen der Erstattung der Kosten ans Landratsamt wandte, erfuhr sie, diese könnten nicht über das Feuerwehrgesetz eingefordert werden, wie Fischer berichtete. Daraufhin habe man die Rechnung an die Firma bzw. deren Versicherung geschickt. Die Versicherung bestreite aber die Notwendigkeit der Trinkwasseruntersuchungen. Nun vertritt ein Anwalt die Interessen der Gemeinde. "Wir müssen sehen, wie wir zu dem Geld kommen, das wir verauslagt haben."