Mitunter kommt es vor, dass Menschen gerichtlich verurteilt werden, die wohl kaum im Verdacht stehen, kriminell zu sein. Eher schlecht informiert. So wie der ruhige unauffällige Mann aus dem Raum Bad Staffelstein, der ein zu langes Messer mit sich führte.

Am Dienstag kam im Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Thomas Pohl ein Fall zur Sprache, bei dem ein Fallmesser eine Rolle spielte. Oder besser gesagt: dessen 8,5 Zentimeter lange Klinge. Zu lang, wie eine relativ aktuelle Gesetzesbestimmung erklärt. Das machte den 45-jährigen Angeklagten, der angab, dieses Messer, bei welchem sich die Klinge in den Griff zurückschieben lässt und welches der Angeschuldigte zu Brotzeitzwecken verwendet, zum vorsätzlichen Besitzer einer verbotenen Waffe.

Eben darauf lautete auch der Vorwurf. Vor Zeiten flatterte dem Angeschuldigten darum ein Strafbefehl ins Haus: 600 Euro Bußgeld. Gegen diesen legte der 45-jährige Selbständige Einspruch ein. Mit Teilerfolg.
Der Beschuldigte scheint ein zurückhaltendes Naturell zu haben. Er machte kein großes Aufheben um den Vorfall und verzichtete sogar auf das übliche letzte Wort, das einem Beschuldigten vor Gericht zusteht. Im vergangenen August geriet er bei Kösten in eine Verkehrskontrolle und dabei wurde das Messer im Auto erblickt. "Ich habe die Rechtsänderung nicht mitbekommen - hätte ich sie mitbekommen, hätte ich das Messer weggetan", sagte er. Trotzdem wollte er mit seinem Einspruch etwas bewirken. Die 600 Euro Strafe waren ihm zu hoch, da er auch in der Selbständigkeit nur geringe Einkünfte vorweisen kann. Nun muss der Mann lediglich die Hälfte für seine Verfehlung bezahlen. Jedoch, so Pohl, obliegt jedem Waffenbesitzer die Pflicht, sich in gewissen Dingen in Bezug auf potentielle Waffen selbst schlau zu machen. Das betrifft auch Klingenlängen.