Im Merania herrscht dieser Tage Hochbetrieb. Doch statt geschwommen, geplanscht und gesaunt wird geschrubbt, geklopft und gekärchert. "Einmal im Jahr wird das ganze Bad generalüberholt", erklärt Schwimmmeister Otwin Schramm. "Alles wird gereinigt, überprüft, und wenn nötig repariert." Dafür ist das Bad seit letzter Woche geschlossen, insgesamt zwei Wochen lang. So viel Zeit ist auch nötig, denn es gibt viel zu tun.

"Daheim das Bad zu putzen ist nix dagegen, das geht ganz entspannt", sagt Sigrid Novotny. Sie ist Reinigungskraft im Merania, auch während der restlichen 50 Wochen im Jahr. "Aber jetzt müssen wir richtig ran, von Montag bis Freitag, fast jeden Tag acht Stunden. Das geht schon auf die Knochen." Allein mit dem Saubermachen des großen Beckens waren sie und ihre Kolleginnen zwei Tage lang beschäftigt. "Zuerst haben wir die Fliesen mit Putzmittel eingelassen, dann geschrubbt, und mit klarem Wasser abgespült", erklärt sie.

Ablaufrinnen überprüft

"Aus allen drei Becken, dem großen Mehrzweckbecken, dem Lehrschwimmbecken und dem Planschbecken wird das Wasser abgelassen, um sie zu reinigen", erläutert Schwimmmeister Schramm. Dabei werden auch die Fliesen, die Einlassdüsen und Ablaufrinnen sowie die Unterwasserbeleuchtung kontrolliert. Auch der rutschhemmende Belag des Drei-Meter-Turms wurde erneuert. "Dazu mussten wir erst die Metalltreppe und das Geländer abnehmen, und danach wieder anbringen." Sogar ein Gerüst wurde im großen Becken aufgebaut. "Da hatte ein Junge vom Sprungturm einen Ball an die Decke geschossen. Den Schaden konnte man nur vom Gerüst aus beheben", erklärt Schramm.Im Dampfbad wurde die Decke erneuert, statt Putz prangen dort jetzt kleine Fliesen. Auch die Sauna, das Solarium und das Tepidarium wurden geputzt, genauso wie die Umkleiden. "Dort wurde alles von oben nach unten sauber gemacht, zuerst die Lampen, dann die Schilder und Kabinenwände, und zuletzt der Fußboden." Draußen werden die Betonwände mit dem Hochdruckreiniger gesäubert.

Fliesen müssen erneuert werden

Dieses Jahr standen zudem besonders viele Fliesenarbeiten an. "Im Schiffchenkanal vom Planschbecken fehlten einige der kleinen Mosaikfliesen, die wurden ersetzt", so Schramm. "Außerdem müssen viele Dehnungsfugen zwischen den Bodenfliesen erneuert werden. Das muss alle drei bis fünf Jahre gemacht werden, und jetzt ist es wieder soweit."

Auch da, wo kein Besucher hinkommt, gibt es einiges zu tun: Im Keller, wo die großen Filteranlagen stehen. "Wir haben die Klappen der Anlagen überprüft, die Filter sauber gemacht, und die Aktiv-Kohle erneuert, die Ozon und gebundenes Chlor aus dem Wasser holt." Auch das Überlaufbecken im Keller, in dem das Wasser gesammelt wird, das im Bad über den Beckenrand schwappt, wurde gereinigt.

700 Kubikmeter Wasser

Das Mehrzweckbecken ist schon fertig geputzt und wieder gefüllt worden. "Es dauert etwa 22 bis 24 Stunden, bis das Becken voll ist", erklärt Schramm. Immerhin 700 Kubikmeter Wasser müssen dafür in das Becken strömen. "Dann dauert es noch vier bis fünf Tage, das Wasser auf 28 Grad Badetemperatur zu erwärmen."
Beim Großputz im Merania helfen viele Hände mit. Allein sechs der acht im Schwimmbad angestelltenReinigungskräfte sind im Einsatz, dazu noch vier Helfer von einer Reinigungsfirma. "Außerdem sind zwei Fliesenleger da und Mitarbeiter einer Malerfirma und einer Isolierfirma. Zusätzlich waren drei Gerüstbauer da und ein Sicherheitsingenieur", zählt Schramm auf.

Er selbst leitet die Maßnahme, zusammen mit einem weiteren Schwimmmeister. "Wichtig ist, die Handwerksarbeiten mit den Reinigungsarbeiten sinnvoll zu koordinieren." Für den Gerüstaufbau im großen Becken mussten Sigrid Novotny und ihre Kolleginnen ihre Arbeit dort unterbrechen. "Wir können natürlich auch erst dann letzte Hand anlegen, wenn sämtliche Reparaturen und Handwerksarbeiten abgeschlossen sind." Und falls das heute nicht klappt, müssen sie eben am Wochenende ran. "Am Montag wird wieder geöffnet, da führt kein Weg dran vorbei. Dann muss alles blitzeblank sein."