Derzeit erstreckt sich die Kernstadt Bad Staffelstein auf rund 235 Hektar. Der Bebauungsplan "Bad Staffelstein - Nordost" ist, mit dieser Zahl im Hinterkopf, entsprechend gewaltig: Es soll 20 Hektar umfassen, was 8,5 Prozent der Gesamtfläche der Adam-Riese-Stadt entspricht. Die Pläne lösten in der Stadtratssitzung am Dienstagabend nicht nur einhellige Zustimmung, sondern auch große Begeisterung aus. Und das in allen Fraktionen.

Um das Fünffache größer

Bereits Mitte Januar 2017 hatten sich die Räte mit dem Beschluss zur Aufstellung eben jenes Planes befasst. Damals ging man noch von einem Geltungsbereich von 4,47 Hektar aus. Zwischenzeitlich aber wurden weitere Gespräche geführt, die unter anderem die künftige Erschließung, die Entlastung der Bahnhofstraße sowie den Lärmschutz zum Thema hatten. "So kamen wir zum Entschluss, dass es mehr Sinn macht, das Gebiet ganzheitlich aufzuplanen, um es dann in Bauabschnitte zu unterteilen", erläuterte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU).

Die Grenzen des Bebauungsplans "Bad Staffelstein - Nordost" sind im Norden die Gemeindeverbindungsstraße Schönbrunner Weg, im Nordosten die Staatsstraße 2204 (Richtung Unnersdorf), im Süden und Südosten die Bischof-von-Dinkel-Straße sowie das Gewerbegebiet Ost und im Westen Straßen- und Weggrundstücke im Bereich der Unteren Gartenstraße. Platz soll für Wohnhäuser ebenso sein wie für Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe. Zur Bahnlinie hin soll eine Lärmschutzwand entstehen, in Richtung Staatsstraße ein begrünter Wall.

"Das ist unser Strategiepapier für die nächsten zehn bis 15 Jahre", zeigte sich der Bürgermeister zufrieden. "Es ist ein Meilenstein in der Stadtgeschichte", pflichtete ihm Erwin Richter namens der Freie-Wähler-Fraktion bei. "Das ist das, was wir schon immer gefordert haben, denn wir brauchen die Bauplätze unbedingt. Ebenso aber auch das Gewerbegebiet, weil wir viel zu wenig Flächen anzubieten haben." Seine Hoffnung: Junge Familie könnten sich hier niederlassen und den bezahlbaren Wohnraum finden, der in Bad Staffelstein mittlerweile Mangelware ist.

Andreas Pfarrdrescher (CSU) sprach trotz der riesigen Dimensionen von einer "nicht unberechtigten Größe". Auch Werner Freitag (Staffelsteiner Bürger für Umwelt und Naturschutz) fand lobende Worte, bat aber, einen Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße in die Detailplanung mit einzubeziehen.

Multifunktionsscheune

Im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung soll in Wolfsdorf ein Gemeinschaftshaus gebaut werden. Dafür hat die Stadt Bad Staffelstein bereits ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück unweit des Spielplatzes Richtung Vierzehnheiligen erworben. Hinter genanntem Gemeinschaftshaus sind ein WC-Trakt und eine Multifunktionsscheune geplant, die als Theaterbühne ebenso dienen soll wie als Lagerraum. Daran schließt ein Bau an, in dem das Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser der Freiwilligen Feuerwehr beheimatet sein wird.

"Wenn dann zur Kirchweih das Zelt steht, haben wir eine Art Dreiseithof, um das kulturelle Leben zu fördern", dachte Bürgermeister Jürgen Kohmann schon weiter. "Zumal der Ort leider keine Gastwirtschaft mehr hat."

Im Haushalt 2019 und im Finanzplan sind 900 000 Euro vorgesehen. Quer durch alle Fraktionen gab es Lob für die Pläne. Das Amt für ländliche Entwicklung hat 60 Prozent Förderung in Aussicht gestellt. Einstimmig fiel der Beschluss, die einfache Dorferneuerung einzuleiten. Bürgermeister Kohmann würde gerne noch heuer mit dem Bau beginnen.

Mit Innenhof und Galerie

Die evangelische Kindertagesstätte im Schatten der Dreieinigkeitskirche platzt aus allen Nähten. Und so wollen die evangelische Kirche und die Stadt an gleicher Stelle einen Neubau erstellen, der dann fünf statt vier Gruppen und bis zu 130 Kinder beheimatet. Vier Millionen Euro sind dafür kalkuliert. Der Bürgermeister stellte die ersten Planungen des Büros "umarchitekt" Bamberg vor, das den Architektenwettbewerb für sich entschieden hatte. Im Erdgeschoss sollen die drei Kindergartengruppen untergebracht sein, im Obergeschoss die beiden Krippengruppen. Ein Aufzug garantiert Barrierefreiheit. Kohmann wertete das geplante Gebäude als "sehr kompakt" und "nicht zu mächtig", weshalb es sich perfekt in die Umgebung einfüge. Ob in diesem Jahr noch mit dem Abriss des bisherigen Gebäudes begonnen werden kann, wollte er nicht prognostizieren. Die Gemeinderäte jedenfalls fanden die vorgelegten Pläne gut. Einstimmig erklärten sie sich mit Art, Umfang und Ausführung einverstanden.