Das wird viele Eltern freuen: Altenkunstadt wird um eine Kinderbetreuungseinrichtung reicher. Zur Kathi-Baur- und der Kreuzberg-Kita, die beide vom Heilpädagogischen Zentrum der Caritas in Lichtenfels betrieben werden, gesellt sich das "Haus des Kindes plus", das der BRK-Kreisverband in der Theodor-Heuß-Straße bauen will. Der Gemeinderat Altenkunstadt hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst. Am Dienstagabend wurde das vom Lichtenfelser Architekten Gerd-Peter Lauer vorgestellte Konzept für die rund drei Millionen Euro teure Baumaßnahme vom dem Gremium einstimmig abgesegnet. In Betrieb gehen soll die Einrichtung im Jahre 2021.

"Eltern haben zukünftig drei Auswahlmöglichkeiten. Das sorgt auch für eine Erreichbarkeit auf kurzem Wege", sprach Melita Braun allen aus der Seele. Mit der neuen Einrichtung werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Das Erdgeschoss beherbergt eine Kinderkrippe mit 24 Plätzen und eine Kindertagesstätte für 25 Jungen und Mädchen, das Obergeschoss einen Hort für 40 Kinder im Grundschulalter, die dort unter pädagogischer Aufsicht ihre Hausaufgaben erledigen. In einem Werkraum des Hortes können die Kinder sich handwerklich und kreativ austoben, Rückzugs- und Ruhebereiche sorgen für Entspannung, ein Aufzug für Barrierefreiheit. Für den Kindergarten ist ein Gruppenraum vorgesehen, für die Krippe zwei. Jedem der beiden Krippenräume ist ein WC sowie ein Wickelraum zugeordnet.

"Über einen gemeinsamen Windfang mit Schmutzschleuse ist die Außenspielfläche zu erreichen", sagte Lauer. Der Experte wies auch darauf hin, dass Mehrzweck- und Speiseraum räumlich teilbar, aber auch als großer Veranstaltungsraum nutzbar seien.

Angst vor Kostensteigerung

Im vergangenen Jahr hatte man die Kosten noch auf 2,75 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen musste die Summe um zehn Prozent nach oben korrigiert werden. Der Freistaat hatte sein Raumprogramm für Kinderbetreuungseinrichtungen verändert. "Dadurch erhöhte sich die Bruttogeschossfläche um zwölf Prozent auf 1121 Quadratmeter, was zu dem Kostenanstieg führte", erläuterte Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak vom BRK.

Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) bemerkte mit Verweis auf die derzeitige Kostenentwicklung am Bau, dass der gemeindliche Anteil, der derzeit bei 605 000 Euro liegt, sehr schnell auf eine Million steigen könne. Lauer stimmte dem Gemeinderat in seiner Einschätzung zu, betonte aber zugleich, dass man bestrebt sei, dass die finanziellen Aufwendungen nicht davongaloppierten. 400 000 Euro entfallen laut Petrak auf das BRK. Den Löwenanteil von rund zwei Millionen Euro übernimmt der Freistaat, was einem Förderanteil von 67 Prozent entspricht.

Winkler hatte auch auf ein mögliches Betriebskostendefizit hingewiesen. Petrak versicherte, dass man auf Wirtschaftlichkeit und höchstmögliche Transparenz bedacht sei. Sollte es zu Überschüssen kommen, werde man diese für schlechtere Zeiten zurücklegen. Der Kreisgeschäftsführer verdeutlichte aber auch, dass die Kinderbetreuung eine Pflichtaufgabe jeder Kommune sei. "Wir werden keine größeren Defizite zahlen", betonte er.

Die Übergangslösung

Als Standort wurde ein Gartengrundstück in der Thedor-Heuß-Straße auserkoren, das die Friedrich-Baur-GmbH an das BRK veräußern will. Es befindet sich hinter der schmucken Villa, in der einst die Friedrich-Baur-Stiftung residierte und heute das IT-Unternehmen OSP seinen Sitz hat. Der alte Baumbestand soll den Worten Petraks zufolge teilweise erhalten bleiben. Lauer könnte sich vorstellen, das Dach zu begrünen, was die von Georg Deuerling aufgeworfene Frage nach Ausgleichsflächen obsolet machen würde. "Das ist eine Aufwertung der Thedor-Heuß-Strasse", frohlockte Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU).

Der Hort in der Grundschule platzt derzeit aus allen Nähten. Für die Zeit bis zur Eröffnung des neuen Hortes im "Haus des Kindes plus", gibt es eine Übergangslösung. Im Altenkunstadter Jugendzentrum PINS, das vom BRK betrieben wird, werden ab dem kommenden Schuljahr 15 Hortplätze eingerichtet. "Anmeldungen nehmen das BRK und die Gemeinde entgegen", informierte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) die Öffentlichkeit.

Mehr Parkplätze

Nach dieser Mitteilung dürfte wieder Ruhe einkehren in Altenkunstadt, was die Parkplätze in der Gerbergasse anbetrifft. Von den 21 Parkplätzen sollten zwölf in den Bereich hinter die Raiffeisenbank verlagert werden. "Ein Unding!", fanden viele Bürger, und machten ihrem Unmut bei einer Ortsbegehung mit Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) und den beiden Planern, dem Hofer Architekten Hans Greim und der Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila, Luft.

Und siehe da: In der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte das Gemeindeoberhaupt eine neue Planung, die noch mehr Stellplätze vorsieht. "Aus den 21 Parkplätzen werden 23", freute sich Hümmer. Die neue Planung rund um die Raiffeisenbank sieht insgesamt 79 öffentliche Stellplätze und 54 für die Bankmitarbeiter vor.

Weniger Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln nicht mehr so kräftig. Im Jahre 2018 lagen sie noch bei 2,1 Millionen Euro. Im Haushaltsansatz für das Jahr 2019 sind sie mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Dass die Einnahmequelle noch weiter versiegen könnte, schloss Kämmerer Stefan Deuerling in seinem aktuellen Sachstandsbericht zur Gewerbesteuer nicht aus. Er prognostizierte darin einen Rückgang auf 1,2 Millionen Euro. "Durch aktuelle aus Vorjahren errechnete Steuerrückzahlungen und den daraus resultierenden verminderten Vorauszahlungen könnte es zu einem weiteren Rückgang um 500 000 Euro kommen", lautete seine Begründung. Auf Nachfrage von Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) sprach er von einem "deutlichen Einschnitt". Ob es zu einem Nachtragshaushalt kommen werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass man, damit die Einnahmen wieder sprudeln, ein Gewerbegebiet bei Woffendorf ausgewiesen habe. "Anfragen für eine Fläche von 10 000 Quadratmeter sind da", teilte Hümmer mit.

Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte die Jahresrechnung für das Jahr 2017 näher unter die Lupe genommen. Vorsitzender Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) hatte einige Wünsche auf dem Herzen. Die geplanten Landschaftspflegemaßnahmen sollten vom Landschaftspflegeverband dem Gemeinderat vorgestellt werden, Auftragsvergaben transparenter gehandhabt, eine Datenschutzrichtlinie und ein Geschäftsverteilungsplan eingeführt werden. "Angesichts der rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen sollten freiwillige Maßnahmen kritisch hinterfragt und zurückgeführt werden", mahnte der Redner. Hümmer versicherte, die Anregungen zu beachten.

Schranke sorgt für Ärger

Der keltische Abenteuerspielplatz "Spielwinix" auf dem Kordigast sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Um eine direkte Anfahrt des Areals mit Autos zu unterbinden, wurde an der Gaststätte "Waldfrieden" auf Altenkunstadter Gemeindegebiet, eine Schranke aufgestellt. An Samstagen- und Sonntagen, wenn besonders viele Spielplatzbesucher erwartet werden, ist diese geschlossen. "Landwirte und Waldbauern gelangen am Wochenende nicht mehr zu ihren Grundstücken", klagte Hans-Werner Schuster (CSU) dem Bürgermeister sein Leid. Dieser hatte eine gute Nachricht für ihn parat: "Es sind bereits zehn Schlüssel bestellt, die sich die Betroffenen im Rathaus abholen können."

Schusters Äußerungen riefen Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) auf den Plan. Er appellierte an die Eigentümer, am Sonntag, an dem besonders viele Besucher erwartet werden, nicht mit ihren Traktoren auf den Kordigast zu fahren. Zudem monierte er, dass die Stadt Weismain noch immer keine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen habe, um eine Durchfahrt zum Spielplatz mit Pkw von Weismainer Seite aus zu unterbinden. "Der Weg zum Spielplatz ist nur freigegeben für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr", konstatierte er.