So eine Übung gab es im Landkreis Lichtenfels noch nie: Am Samstag, 23. September, werden rund 500 Feuerwehrleute und weitere 150 Kräfte aus dem Rettungsdienst das Zusammenspiel bei einem gemeinsamen Einsatz im ICE-Tunnel Eierberge trainieren.


Beeinträchtigungen im Straßenverkehr

Das Landratsamt als für den Katastrophenschutz zuständige Behörde hat bereits darauf hingewiesen, dass es an diesem Tag wegen der vielen Einsatzfahrzeuge zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr kommen kann. Landrat Christian Meißner (CSU) hat dieser Tage nochmals um Verständnis dafür gebeten, dass es am Samstag "ganz schön Remmidemmi geben" wird, da die Übenden mit "Tatütata" und Blaulicht unterwegs sein werden. Meißner betonte: "Wir haben uns das nicht rausgesucht!" Eine solche Übung unter möglichst echten Bedingungen sei vielmehr im Planfeststellungsbeschluss für jeden Tunnel zwingend vorgeschrieben. Sie ist Voraussetzung für die Freigabe der ICE-Strecke, die für Dezember vorgesehen ist.
Im Thüringer und Coburger Raum hätten bereits ähnliche Übungen stattgefunden. Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit sind wichtig, um bei einem möglichen Ernstfall optimal aufgestellt zu sein. Als Zeitfenster für die Großübung am kommenden Samstag wurde zuletzt 9 bis 14 Uhr genannt.

Der Tunnel Eierberge ist auf bayerischer Seite der längste auf der ICE-Neubaustrecke Richtung Erfurt. Er misst 3756 Meter. Neben den beiden Tunnelportalen gibt es Zugänge über einen befahrbaren Stollen und zwei begehbare Rettungsschächte.
Weil die gängigen Atemschutzgeräte für einen Rettungseinsatz im Tunnel nicht ausreichen, hat die Bahn für die hiesigen Feuerwehren 33 sogenannte Langzeitatmer für Einsatzzeiten bis zu 90 Minuten sowie Brandfluchthauben und weiteres Gerät angeschafft.

Insgesamt befinden sich auf der Neubaustrecke drei Tunnel auf Lichtenfelser Kreisgebiet. Es ist geplant, dass über die neuen Gleise täglich rund 160 Güterzüge sowie 16 ICEs fahren.