Gesprächsstoff für die Bürgerversammlung, die am Freitag, 4. März, um 19 Uhr im Sportheim stattfinden soll, lieferte Bürgermeister Jochen Partheymüller (Bürgerblock) in der Gemeinderatsitzung. Unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben skizzierte er Vorschläge zur Sanierung des Marktplatzes.
Im Rahmen der Dorferneuerung geht es vorrangig um die Sanierung des Ortskerns. Voraussetzung für eine finanzielle Förderung ist ein konzeptionelles Vorgehen, bei dem auch die Bürger zu beteiligen sind. Ebenso ist die Einrichtung einer "Begegnungsstätte" anzudenken. Bürgermeister und Gemeinderat denken dabei an das Anwesen Marktplatz 10 ("Oudla-Haus"). Wie dieses dann ausgestaltet wird, ob als Bürgercafé oder als Begegnungsstätte für Vereine und die Jugend, soll noch entschieden werden. Es darf kein rentierliches Objekt sein. Die Begegnungsstätte muss ehrenamtlich geführt werden. Die vorhandene Einzelgarage soll beseitigt werden. Das dahinter liegende Fachwerk-Nebengebäude könnte saniert werden. "Es könnte eine Werkstatt werden für unsere Gemeindearbeiter", so der Bürgermeister.


Zentrales Heizwerk im Gespräch

Offen ist noch die Nutzung des Gebäudes Marktplatz 14. Hier könnte man über ein zentrales Heizwerk (Blockheizkraftwerk oder zentrale Hackschnitzelheizung) nachdenken. Von dort aus könnten die Nachbargebäude mit Heizenergie versorgt werden. Dabei denkt man nicht nur an die gemeindlichen Gebäude. Eine andere Nutzung scheidet wohl aufgrund der geringen Raumhöhe aus.
Eine andere Lösung könnte darin bestehen, das Gebäude abzureißen, um den Marktplatz zu erweitern. Dabei sollten allerdings die Keller erhalten werden. Dabei handelt es sich um einen der wenigen Felsenkeller, die zweigeschossig und mit einer Sandsteinwendeltreppe erschlossen sind. Die freiwerdende Fläche könnte für Parkplätze oder Carports genutzt werden. Die vorhandene Scheune sollte saniert und als Unterstellmöglichkeit für die Gemeinde genutzt werden.
Weniger erfreulich verlief aus Marktgraitzer Sicht die jüngste Schulverbandssitzung. So gibt es in der Gemeinde Redwitz Vorüberlegungen, eine Zweifachturnhalle als Schulturnhalle zu bauen. "Wenn die Redwitzer ein Veranstaltungsgebäude bauen wollen", so Jochen Partheymüller, "dann ist das deren Angelegenheit. Wenn sie eine Schulturnhalle bauen wollen und uns damit den Standort Schulturnhalle wegnehmen, dann sind wir damit natürlich nicht einverstanden. Wir haben seit über 30 Jahren eine Sportstätte in Marktgraitz und eine in Redwitz und das funktioniert."
Gleichzeitig wies Bürgermeister Partheymüller auf die sinkenden Schülerzahlen hin. Waren es vor 30 Jahren knapp 600 Schüler, so ist deren Zahl inzwischen auf 270 gesunken. Anscheinend geht es in Redwitz, so vermutet man in Marktgraitz, vielmehr um den Bau einer Vereinsturnhalle. Hier sollte zunächst der konkrete Bedarf für eine Schulturnhalle ermittelt werden, darin waren sich die Räte einig, die dem Ansinnen der Gemeinde Redwitz einstimmig eine klare Absage erteilten.
Auch das vertrauensvolle Miteinander sollte nicht aufgekündigt werden, denn die wegfallenden Mieteinnahmen für die Nutzung der Schulturnhalle in Marktgraitz würden zu Lasten der Marktgemeinde gehen. In einem Vermerk des Bürgermeisters, der den Gemeinderäten vorliegt, ist von nicht unerheblichen Kosten die Rede. Die Generalsanierung der Redwitzer Schulturnhalle würde 1,2 Millionen Euro kosten. Bei einem zu erwartenden Zuschuss von etwa 400 000 Euro bleibt ein Eigenanteil von rund 800 000 Euro. Bei einem Neubau würde lediglich eine Einfachturnhalle gefördert. Die Kosten für eine Zweifachturnhalle werden auf drei Millionen Euro geschätzt. Der Zuschuss von 400 000 Euro würde sich dadurch nicht erhöhen, das heißt für die Gemeinde Redwitz bliebe ein Eigenanteil von 2,5 bis 2,6 Millionen Euro. Inzwischen haben sich die Mitgliedsgemeinden Hochstadt, Marktzeuln und Marktgraitz gegen eine Beteiligung des Schulverbandes an den Baukosten ausgesprochen. Nachdem beim Bau einer neuen Schulturnhalle in Redwitz die alte Schulturnhalle zur Veranstaltungshalle umgebaut werden soll, dürften hier weitere Kosten entstehen.