Sie sind zwischen vier und zwölf Jahre alt, kommen unter anderem aus Unterzettlitz, Stublang, Grundfeld oder Bad Staffelstein, und sie haben eines gemeinsam: sie interessieren sich brennend für die Feuerwehr. Am Sonntagnachmittag war das Feuerwehrhaus in der Ober auer Straße fest in Kinderhand: Dutzende von Mädchen und Buben waren mit ihren Eltern und Großeltern gekommen, um sich bei der neuen Kinderfeuerwehr anzumelden.

"Habe Spaß, ... lerne unsere Technik kennen, ... schau, wie es funktioniert, ... probier' es selbst aus, um anderen zu helfen ... und eines Tages finde vielleicht deinen Platz in unserer Mitte", lautete das Motto. Ein kurzer, spannender Film im zeigte in kindgerechter Weise, worum es geht: beim Zusehen und aufmerksamen Zuhören vergaß dabei mancher "Löschzwerg", in seinen leckeren Feuerwehr-Muffin zu beißen. Passenderweise hatten Bäckerinnen die süßen Leckereien mit Motiven wie "112" oder einem Blaulicht verziert.


Wie man einen Notruf absetzt

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" - mit diesen Worten begrüßte Holger Reinlein die Kindern und Eltern. "In Notfällen weiß manchmal keiner mehr die einfachsten Dinge oder wie man einen Notruf absetzt", sagte der Feuerwehrmann.

Nach dem Kurzfilm stellte Reinlein das Team vor, das nun mit ihm zusammen für die "Löschquerkerla" zuständig ist: Jochen und Manuela Bargel. Thomas Engelmann, Christian Gebhardt, Markus Heublein und Emely Müller.
Bad Staffelsteins Zweiter Bügermeister Hans Josef Stich (CSU) wünschte: "Irgendwann werdet ihr richtige Feuerwehrmänner und -frauen, bleibt bei der Stange!"

Kreisbrandmeisterin Nicole Trapper steckte jedem der jungen Feuerwehrleute nach dem obligatorischen Handschlag einen bunten Button mit dem jeweiligen Vornamen an die Kleidung. Aufgeteilt in drei Gruppen schauten sich die Kinder dann in der Fahrzeughalle um, besichtigten die Ausstattung eines Einsatzfahrzeuges und machten Übungen mit der Kübelspritze und dem Schlauch.

Die Herren-Umkleide wurde zur Nebelkammer umgewandelt, Feuerwehrmann Christian Wagner schlüpfte in seinen Atemschutzanzug und führte vor, wie die Feuerwehr in einem verrauchten Haus nach vermissten Kinder suchen würde. "Alter, ist des ein Qualm!", entfuhr es einem Sechsjährigen ehrfurchtsvoll angesichts des dichten Nebels. 32 Mädchen und Buben hatten sich bereits im Vorfeld angemeldet, weitere sechs waren spontan bei der Veranstaltung hinzu gekommen. Die Kindergruppe "Lösch-Querkerla" zählt somit stolze 38 Mitglieder. "Der demographische Wandel nimmt auch auf die Feuerwehren keine Rücksicht", sagte Kreisbrandmeister Siegfried Hammrich, der sich sehr über das rege Interesse der Kinder freute. 300.000 aktive Feuerwehrmänner und -frauen verrichten allein in Bayern ihren ehrenamtlichen Dienst.