An zwei Abenden, die stimmungsvoll und reibungslos verliefen, begeisterten vor traumhafter Kulisse Liedermacher-Legenden wie Angelo Branduardi, intellektuelle Deutsch-Rocker wie Heinz Rudolf Kunze und Nachwuchspreisträger wie Diane Weigmann die Zuhörer.

"Für meine Begriffe eine der letzten bedeutenden Liedermacher-Festivals in Deutschland." Der Mann, der da so löbliche Worte über die "Songs an einem Sommerabend" sagte, war kein Geringerer als Heinz Rudolf Kunze. Er sagte es nicht auf der Bühne, er sagte es hinter der Bühne, was es ehrlicher macht. Auch bei ihrer 27. Auflage waren die "Songs" jene wunderbare Mischung aus handgemachter Musik, grandioser Kulisse und lauem Abend.

An die 8000 Besucher mögen es gewesen sein, die an diesem Wochenende auf den grünen Hügel pilgerten. Grüner Hügel, das klingt nach Bayreuth, passt zu der Wiese hinter Kloster Banz aber mindestens genauso gut. Mit Decken und Kissen, Rucksack und Vorfreude. Bilder, die der Bayerische Rundfunk (BR) erstmals seit 2009 wieder ausstrahlen wird.

Zwölf Solisten, bzw. Bands traten auf, Stars und Liedermacher-Legenden wie Kunze eben, Angelo Branduardi, oder Gerhard Schöne, Nachwuchspreisträger mit Zukunft. Unter der grandiosen Bühnenkonstruktion, die hufeisenförmig 20 Meter in den Himmel ragte, durchsichtig war, in alle Farben wechselte und in den Nachtstunden ins Maintal strahlte.

Haindling schaffte das, was alles Andere als Besinnlichkeit ausstrahlt: Schunkeln im Dunkeln. Tausende hakten beieinander ein und vollbrachten kurz vor Mitternacht eine Verbrüderung in Rhythmus und Takt, derweil die Multi-Instrumentalisten ihre Hits wie "Paula", oder "Bayern" spielten. Stille, sensible und berührende Open-Air-Momente gab es zudem.

Und auch Moderator Matthias Brodowy, nominiert für den Deutschen Kleinkunstpreis, wächst immer besser in die Rolle des Conferenciers hinein. Es bleibt dabei: Die "Songs an einem Sommerabend" sind etwas Besonderes.