Alles im Stadtentwicklungsausschuss war auf das Flechthandwerk getrimmt. Auch bei der einzigen Entscheidung ging es um eine mögliche Flechtskulptur auf dem Köstener Kreisel. Wegen neuer Entwicklungen wurde das bisherige Projekt beendet. Dafür wird es einen Wettbewerb geben.

Ein Rückblick: Die Gestaltung des Köstener Kreisels sollte erneuert und vor allem verschönert werden. Deshalb wurde beschlossen, eine Flechtskulptur in die Mitte des Kreisels bauen zu lassen. "Dieses Projekt wurde ausgeschrieben", sagte der Lichtenfels Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD).

Kosten sollen ansteigen

Das Innovationszentrum Lichtenfels hat das Auftrag erhalten. 30 500 Euro sollte das Projekt kosten. Diese Summe sei bereits an das Innovationszentrum gezahlt worden. "Doch bisher gibt es keine Umsetzung", beklagte Hügerich.

Nach erneuten Anfragen des Bürgermeisters hat er am 9. September einen neuen Angebotspreis erhalten. Hügerich: "Der beträgt nun fast das Doppelte mit 61 000 Euro." Das Innovationszentrum verlangt nun diese Summe, um eine Skulptur auf den Köstener Kreisel zu bauen.

"Unter diesen Voraussetzungen kann ich das Projekt nach bestem Gewissen nicht mehr realisieren lassen", sagte Hügerich. Er und der Geschäftsführer des Zentrums Europäischer Flechtkultur Lichtenfels, Manfred Rauh, schlugen deshalb vor, diesen Plan nicht mehr zu verfolgen.

Stattdessen "soll ein Wettbewerb für die Gestaltung ausgelobt werden", sagte Hügerich. Dabei stehe der Köstener Kreisel nicht alleine zur Verschönerung da. In diesem Wettbewerb sollen alle Ortseingänge mit einer Flechtskulptur versehen werden.

Geld zurück?

Auf die Frage aus dem Entwicklungsausschuss, was denn mit dem bisher gezahlten Geld passiere, antwortete Hügerich: "Wir werden uns mit dem Auftraggeber in Verbindung setzen und leiten dann die dementsprechenden Schritte ein."

Als Kreisrätin Monika Faber (SPD) schon konkret wissen wollte, "was uns da erwartet" und "welche Kosten auf uns zukommen", bremste Hügerich sie ein: "Hier geht es erst einmal darum, dass wir beschließen, überhaupt einen Wettbewerb zu veranstalten. Die Details können erst danach geklärt werden", erläuterte der Bürgermeister.

Einigkeit im Ausschuss

Dem konnte Frank Rubner (CSU) zustimmen: "Wir müssen das lieber länger und sauber vorbereiten." Rubner ist mit der Ausschreibung eines Wettbewerbes zufrieden, da ihm "das Objekt ohnehin nicht gefallen hat". Stattdessen möchte er am liebsten sofort an der Aufhübschung des Kreisels arbeiten.

Die große Skulptur eines Einkaufskorbes am Rathaus sei nach den Ausführungen von Manfred Rauh "sehr marode und müsse ersetzt werden". Rubner schlug deshalb vor, diesen Korb zur Überbrückung auf den Kreisel zu stellen. Denn das sei das Zeichen der Lichtenfelser Korbstadt. Hügerich schmunzelte bei dieser Idee, gab das Wort aber direkt an Stadtbaumeister Gerhard Pülz ab: "Wir hatten die gleiche Idee." Da diese Skulptur jedoch sehr marode sei, sei es unklar, ob der Korb den Transport übersteht. Pülz ist sich allerdings sicher, dass "die Skulptur halten wird". Die Statik sei noch intakt.

Dieser Vorschlag zur Überbrückung muss allerdings in einer folgenden Sitzung besprochen werden. Dort werden dann ebenfalls die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs festgelegt. Einige Mitglieder des Ausschusses regten an, nicht nur Weide zu verflechten, sondern auch andere Materialien, die robuster sind