Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Lichtenfels sind im vergangenen Jahr 187 Neubauwohnungen entstanden - 93 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 68 Millionen Euro investierten die Bauherren im Landkreis in den Neubau von Wohnungen. Dies ist jedoch viel zu wenig, kritisiert Hans Beer (IG Bau) vom Verbändebündnis Wohnen.

"Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Lichtenfels seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will", erklärt der Regionalleiter. Und die sieht bis 2021 bundesweit 1,5 Millionen Neubauwohnungen vor - also 375 000 pro Jahr. Im vergangenen Jahr seien bundesweit aber lediglich 285 000 Wohnungen entstanden. "Das bedeutet, dass der Wohnungsbau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste." Doch: Danach sehe es derzeit weder bundesweit noch in Bayern aus, sagt Beer.

Entscheidung für Eigenheim

Gegen eine Wohnung und für ein Eigenheim haben sich Uwe und Nicole Bäuerlein aus Bad Staffelstein entschieden. Acht Monate verbringen sie fast jede freie Minute auf der Baustelle - spachteln, streichen und bauen aus. Die finanzielle Unsicherheit beschäftigt das Ehepaar am Anfang sehr. "Das legt sich aber schnell und die Vorfreude überwiegt", erinnert sich Nicole Bäuerlein. 2013 kaufen die beiden ein Baugrundstück in Bad Staffelstein. "Wir haben vorher in einer Wohnung gelebt, Tür an Tür mit den Nachbarn."

Doch das reicht den beiden bald nicht mehr. "Auf Dauer wäre es schwierig geworden. Wir hatten das Bedürfnis nach einem Stück Grün. Außerdem hatten wir zu wenig Platz in der Wohnung", beschwert sich Nicole Bäuerlein.

Anfangs Mangel an Angeboten

Das Paar begibt sich auf die Suche nach einem passenden Grundstück - in Bad Staffelstein gar nicht so einfach. "Anfangs hat es an Angeboten gemangelt." Doch die beiden werden fündig. 2014 wird das Grundstück erschlossen, 2015 bauen sie ihr 140 Quadratmeter großes Haus. Und das bietet künftig nicht nur genug Grün und Platz für die beiden, sondern soll auch als Altersvorsorge dienen.

"Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand - unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften Daches über dem Kopf - ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung", erläutert Hans Beer die Vorteile des Wohneigentums.

Immobilie eine gute Geldanlage

Das sehen auch Uwe und Nicole Bäuerlein ähnlich. "In der Rentenzeit musst du teilweise noch 1000 Euro Miete zahlen. Das Haus ist irgendwann abbezahlt und du hast einen gewissen Spielraum", sagt der 37-Jährige.

Wie die beiden denken wohl auch 54 Prozent der Deutschen, die die selbst genutzte Immobilie laut Vermögensbarometer 2017 - die wichtigsten Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar Added Value zum Thema Finanzen - für die Vermögensplanung geeignet finden, so Jana Lindner-Okrusch von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels.

"In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen in Sachwerte wie Immobilien oder auch Wertpapieranlagen investiert", so die Pressesprecherin.

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