Karin Wolf blickt um sich. "Wir hatten wirklich ein paar super Tage hier. Das Wetter war ein Traum", sagt sie zu ihrem Mann Reinhold und dem Geschäftsführer des Best Western Plus Kurhotels in Bad Staffelstein, Andreas Poth. Der wiederum scherzt: "Wir gingen eigentlich davon aus, dass sie das gute Wetter mitgebracht haben."

Das Ehepaar Wolf hat im Rahmen der Aktion "Kurantrag abgelehnt" des Bayrischen Heilbäderverbandes (BHV) eine einwöchige ambulante Badekur gewonnen. Dadurch will die Organisation darauf aufmerksam machen, wie viele Kuranträge im ersten Schritt eigentlich abgelehnt werden.

Drei Ablehnungsbescheide

Auch das Ehepaar Wolf, das in Budenheim bei Mainz wohnt, hatte damit zu kämpfen: "Wir machen jahrzehntelang schon alle drei Jahre eine Badekur. Bisher hat es immer geklappt. Aber dieses Mal kamen nur Ablehnungen zurück." Der BHV hat für seine Aktion in Zeitungen in ganz Deutschland Inserate geschaltet - über eines stolperten Reinhold und Karin Wolf. Sie schickten ihre drei Ablehnungsbescheide ein und gewannen prompt einen einwöchigen Gesundheitsaufenthalt inklusive Unterbringung und Anwendungen. "Den haben wir danach aber noch um eine Woche verlängert, weil es uns so gut gefallen hat", sagt Reinhold Wolf.

Laut Anna Maria Schneider vom Kur- und Tourismusservice werden pauschal circa 80 Prozent aller Badekuren im ersten Schritt abgelehnt. Allerdings gebe es keine gesicherten Zahlen - auch hier soll durch die Aktion Abhilfe geschaffen werden. "Durch die Einschränkungen im Gesundheitssystem werden bewilligte Kuren zurückgefahren. 1996 wurden noch 900 000 Kuren genehmigt, 2012 waren es nur 66 000", sagt Schneider. Oft laute die Begründung, dass wohnortnahe Möglichkeiten nicht ausgeschöpft worden sein.

Finanziert wird die BHV-Aktion über Sponsoren, die man vor Ort gesucht hat: Das Kurhotel und die Obermain-Therme übernehmen hier die Kosten, wie Schneider informiert. In der Regel dauere eine richtige Kur drei Wochen und die Krankenkasse zahle nur für die Anwendungen. "In der einwöchigen ambulanten Badekur für das Ehepaar Wolf hingegen waren Kosten für Unterbringung und Anwendungen mit inbegriffen", sagt Schneider.

Erstes Mal in Bad Staffelstein

Das Ehepaar Wolf ist in jedem Fall froh, dass es mit seiner ambulanten Badekur noch geklappt hat. "Wir kannten Bad Staffelstein ja überhaupt nicht, also habe ich auf Google Earth nachgeschaut", sagt Reinhold Wolf. "Als wir hier ankamen, waren wir als Erstes im Kurpark - das war schon sehr schön." Beide haben die Umgebung lieb gewonnen: "Wir wollen auf alle Fälle wiederkommen und werden daheim auch Reklame für Bad Staffelstein machen", sagt Karin Wolf. Die Anwendungen wie Fango, Massage, Wannenbäder und Bewegungsbad, die Freundlichkeit der Menschen und die Umgebung habe ihnen sehr gut gefallen.

Vor allem wegen der schönen Gegend hat das Ehepaar auch immer wieder Radtouren unternommen: "Einmal sind wir nach Bamberg geradelt, einmal nach Burgkunstadt", sagt Reinhold Wolf. Auch Biergärten, Kloster Banz und Vierzehnheiligen haben Reinhold und Karin Wolf besucht. Das Ehepaar kann auf einen gelungenen, aber genauso unverhofften Urlaub zurückblicken, der morgen endet. "Ich hab‘ im Leben noch nichts gewonnen", wundert sich Karin Wolf immer noch. Da allerdings protestiert ihr Ehemann: "Doch, mich!"