Pizzaduft liegt in der Luft. Ungeduldig warten die Kinder, dass aus der Hitze des Lehmbackofens endlich die Pizzen geholt werden. Sowieso harrten sie lange: Im Juni hatten die "Turmfalken", die Jugendgruppe der Döringstadter Blumen- und Gartenfreunde, jenen Ofen auf dem Spielplatz errichtet. Als einmaliges Projekt im Landkreis wurde es vom Kreisverband für Landesbau und Gartenpflege unterstützt Der Gartenbauverein steckte viele Arbeitsstunden in den Bau. Nun schürten die Döringstadter ihren Ofen erstmals an.

"Ein Probeschüren, verbunden mit dem Sonnenblumenwettbewerb", erklärt Nadine Tremel, eine der Gruppenleiterinnen. Heike Sommer, die andere Leiterin, ergänzt: "Ein offizielles Fest soll noch stattfinden. Wir wussten ja nicht, ob die Pizzen überhaupt was werden."


Ein Ofen fast wie jeder andere

Zwei Stunden vorher heizen die beiden gemeinsam mit Michael Stromer und Maria Beßlein von der Umweltstation Weismain kräftig ein. "Der Lehmbackofen funktioniert fast wie jeder andere Ofen. Trockenes Holz ist wichtig", sagt der Kreisfachberater. Zuvor hatte er sich informiert, wie ein Lehmbackofen nach historischen Vorgaben zu errichten ist. Klassischerweise sollten ja nur Naturprodukte verwendet werden.

Nachdem das Holzfeuer ent-flammt ist, soll sich das Backofengewölbe auf 220 Grad erwärmen. Mehrere Stunden muss es die Wärme speichern.


Kaum Rauchentwicklung

Maria Beßlein öffnet die Ofentür, misst die Temperatur, zieht die Asche und die verkohlten Holzreste heraus, und schiebt acht Pizzen ein. Bis die gebacken sind, muss die gespeicherte Hitze den Backraum auf Backtemperatur halten. "Es gibt kaum Rauchentwicklung. Das heißt, dass es gut belüftet ist. Aber wir haben nicht gedacht, dass es so dicht ist", staunt Michael Stromer.

20 Minuten später stehen die "Turmfalken" Schlange. Jeder will probieren. "Besser als in der Pizzeria", meinen die dreijährigen Xaver, Matti und Max, während sie genüsslich kauen. Der elfjährige Gerald ist begeistert und wünscht sich mal mit den "Turmfalken" Pizza selbst zu machen.

Nadine Tremel, Heike Sommer, Maria Beßlein und Michael Stromer sind zufrieden: Probe geglückt! Sechsmal im Jahr - öfter tut es ihm nicht gut - soll der Lehmbackofen künftig geschürt werden.


Sonnenblumenwettbewerb

Die Idee Unzählige Sonnenblumen strahlen aus Döringstadter Gärten. "Schuld daran" sind die "Turmfalken". Die Angehörigen der Jugendgruppe der Blumen- und Gartenfreunde wünschten sich, selbst einmal Gärtner für eine eigene, große Blume zu sein. Gerne spendierte Michael Stromer mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege das entsprechende Saatgut für besonders hoch wachsende Sonnenblumen.

Die Ausführung
"Ich habe den Samen in die Erde gesteckt und täglich gewässert", sagt der 14-jährige Christopher. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: einige der Pflanzen wurden über drei Meter hoch. Und weil sich jeder so liebevoll um seinen grünen Schützling kümmerte, zeichneten Michael Stromer sowie Heike Sommer und Nadine Tremel, die Leiterinnen der "Turmfalken", die Sonnenblumenzüchter jetzt aus.