Am Ende war die Nachfrage doch größer als erwartet: Anfang des Jahres hatte der Ebensfelder Gemeinderat beschlossen, nicht mehr als ein Prozent der Gemeindefläche für Solaranlagen freizugeben - und man schien damit auf der sicheren Seite zu sein. Denn die 40 Hektar, die sich aus dieser Rechnung ergeben, wurden bis dahin nicht einmal gebraucht, weil es nicht so viele Anträge gab.

Im Februar folgte ein Aufruf im Gemeindeblatt, dass alle Bürger, die Interesse daran haben, eine Solaranlage zu bauen, sich melden sollten. Das waren nun mehr als erwartet. Über insgesamt sechs Anträge hatte der Gemeinderat zu entscheiden. 14,3 Hektar im Gemeindegebiet sind schon mit Solaranlagen belegt, es blieb also ein Spielraum von 25,8 Hektar übrig. Doch die sechs Projekte umfassen rund 42 Hektar, damit lag man deutlich über der selbst gesteckten Grenze. Die hatte man gezogen, weil auf Ebensfelder Gebiet dann mehr Strom aus regenerativen Energien produziert wird, als man insgesamt braucht.

In nichtöffentlicher Sitzung beriet der Gemeinderat vor dem öffentlichen Teil, wie man nun verfahren wolle. Mehrheitlich beschloss man (12:5), keine Anlagen im Maintal zuzulassen. "Wir folgen da auch der Linie von Bad Staffelstein", sagte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Konkret betraf das vier Projekte, bei Pferdsfeld an der Autobahn, der Bahnlinie oder im Süden von Ebensfeld an der Bahnlinie. Nach geltendem Recht wären solche Anlagen durchaus genehmigungsfähig, da der Gesetzgeber in der Nähe von Autobahnen und Eisenbahnlinien Solarfelder zulässt. Aktuell verbleiben nur zwei Vorhaben, eine knapp 18 Hektar große Anlage, die IBC Solar aus Bad Staffelstein bei Draisdorf errichten will. Bei Draisdorf soll auch eine zweite Anlage mit knapp vier Hektar zugelassen werden, die aber, die gesetzlichen Regelungen sind kompliziert, erst zwei Jahre später gebaut werden darf nach der IBC-Anlage, weil die mehr als zehn MW Strom liefern wird.

Die Kritiker an der Entscheidung im Gemeinderat meldeten sich auch zu Wort, denn es waren rund zwei Dutzend Zuschauer im Saal - überwiegend vom Solaranlagen-Beschluss Betroffene.
Otto Weidner von den Grünen meinte: "Ich werde dem Beschluss nicht zustimmen, er schränkt uns zu sehr ein. Wir wussten ja vorher gar nicht, wieviele Anlagen kommen. Jetzt sind wir überrascht worden und müssten eigentlich froh sein. Das sind ja Projekte an Eisenbahnstrecken und Autobahn, die zulässig sind. Wir sollten über die Ein-Prozent-Regelung noch einmal nachdenken." Auch Peter Schmauser (CSU) gehört zu denjenigen, die die Regelung ablehnen: "Ich halte das für falsch, da auch die Sichtbeziehung nicht gestört wird." Roswitha Wich (FW) meinte ebenfalls, dass man zwar die Ein-Prozent-Regel behalten könne, aber trotzdem über jede Anlage einzeln entscheiden sollte und kein grundsätzliches Verbot an bestimmten Stellen gelten dürfe.